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Dienstag 13. Juli 2010
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Alpengarten Schynige Platte: Vanilleduft aus Magerwiesen

Im botanischen Alpengarten Schynige Platte blühen gegenwärtig elf Orchideenarten. Mit intensiven Düften und Farben locken sie Insekten an, die sie bestäuben – obwohl sie dafür oft keinen Tropfen Nektar bekommen.

Die lila blühende Orchideengruppe an einem Wildheuhang des Alpengartens deutet wohl auf einen starken Mykorrhiza-Pilz im Boden hin. Im Bild: Der Langspornige Handwurz zwischen gelb blühendem Wundklee. Der Langspornige Handwurz blüht in verschiedenen artenreichen Pflanzengemeinschaften des Alpengartens und gehört zu den Orchideen, die ihre Bestäuber mit Nektar belohnen.(Bild zvg)

pd/bns. «Gegenwärtig blühen 11 der 13 Orchideenarten im Alpengarten – sogar das Grosse Zweiblatt, das vor einiger Zeit spontan eingewandert ist und das ich bisher noch nie mit Blüten gesehen habe», freut sich Anita Bandi, die das Gartenteam auf 2000 Meter über Meer leitet. Die Gärtnerin liebt zwar Orchideen nicht mehr als andere Pflanzen: «Aber zusammen mit den anderen Blumen an ihren artenreichen Standorten geben sie schon ein sehr schönes Bild», meint sie auf dem Weg durch die Rostseggenhalde, auf deren magerem Boden rosa Kugelorchis zusammen mit blauem Alpenlein, blassgelben Straussglockenblumen und vielen kleinen Blüten und feinen Gräsern einen «Tausendblumenteppich» weben. Bandis Arbeitskollegin Jasmin Senn: «Ausserdem ist der intensive Duft der Orchideen schon etwas Besonderes. Und auch die Gäste erkundigen sich oft nach unseren Orchideen und nach ihren Standorten.»

Listige Blumen
Nicht lange suchen muss man nach dem Männertreu. Der Duft, der manche an Vanille, andere eher an Schokolade erinnert, zieht die Besucher schnell zu den dunkelroten, beinahe schwarzen Blütenköpfchen – auch wenn er nicht für die Menschen gedacht ist, sondern Bestäuber anlocken soll. «Alle Orchideen ziehen Insekten mit Farbe, Form und Duft an», sagt Samuel Sprunger von der Schweizer Orchideenstiftung. Den Nektar, den die Bienen, Hummeln, Fliegen, Schmetterlinge oder Käfer sonst in attraktiven Blüten finden, produzieren aber nur einzelne Orchideenarten. Der Männertreu g ehört nicht dazu. Es ist eine «Nektartäuschblume». Wenn ein Bestäuber – beim Männertreu meist ein Schmetterling – der Quelle des süssen Dufts auf den Grund gehen will, findet er nichts. Weil er aber seinen Kopf in die Blüte gesteckt hat, konnte ihm die Orchidee ein klebriges Pollenpaket an die Stirn kleben, in dem der Blütenstaub so gut verpackt ist, dass ihn die meisten Insekten nicht fressen können. Damit bestäubt der getäuschte Nektarsucher die nächste Orchidee.

Gelehrige Insekten
«Manche Orchideen imitieren relativ genau besonders ergiebige Nektarpflanzen», sagt der Berner Botaniker Adrian Möhl und nennt als Beispiel die Kugelorchis, deren Gestalt den Skabiosen und Witwenblumen ähnelt. «Stehen an einer Stelle allerdings allzu viele nektarlose Orchideen, fliegen die Insekten anderswohin – denn Bienen und andere Nektarsucher lernen schnell.» Im Alpengarten, wo gleichzeitig mit den Orchideen unzählige andere Arten blühen, ist diese Gefahr allerdings eher gering.

Nicht alle Orchideen lassen sich ohne Gegenleistung bestäuben. Die langspornige Handwurz, eine nahe Verwandte des Männertreus, produziert sogar recht viel Nektar, den vor allem grössere Tagfalter mit ihren langen Rüsseln aus den Spornfortsätzen der Blüten saugen. Im Alpengarten kommt die langspornige Handwurz in unterschiedlichen Pflanzengemeinschaften vor; an manchen Stellen stehen sogar ganze Gruppen ihrer lila Blütenähren dicht beisammen.

Ohne Pilze keine Orchideen
«Solche Gruppen weisen möglicherweise auf einen starken Mykorrhiza-Pilz im Boden hin», sagt Samuel Sprunger. Denn damit ihre winzigen Samen keimen können, brauchen Orchideen bestimmte Bodenpilze, die sie ernähren, bis sie sich mit ihren grünen Blättern selbst versorgen können. Im Gegenzug liefert eine erwachsene Orchidee ihrem Pilz Zucker. So kann sich ein grosses Pilzgeflecht (Mycel) im Boden entwickeln – auf dem wiederum neue Orchideen keimen können.

Bis die Keimlinge blühen, dauert es meist mehrere Jahre; denn Orchideen wachsen wie viele Bewohner magerer Standorte sehr langsam. Dafür können solche Pflanzen auch viele Jahrzehnte alt werden.

Weil die Pilze Wasser speichern, werden Orchideen auch recht gut mit Trockenperioden fertig – ähnlich wie viele andere Landpflanzen, die ebenfalls in Gemeinschaft mit Bodenpilzen leben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen kommen Orchideen aber nicht ohne ihre Pilze aus. Und weil zu viel Stickstoff den Bodenpilzen den Garaus macht, verschwinden auf stark gedüngten Flächen auch die Orchideen.

Viele Arten, viele Standorte
Weltweit sind heute rund 25 000 Orchideenarten bekannt, und jedes Jahr werden etwa 300 neue Arten entdeckt. Und weil jede Orchideenart auf eine oder mehrere Bodenpilz-Arten angewiesen ist, spiegelt die Orchideenvielfalt auch die unterirdische Artenvielfalt. Zudem gibt es Orchideenarten, die nur auf eine bestimmte Insektenart als Bestäuber eingestellt sind – und umgekehrt. Dazu gehören etwa die Ragwurze, die Insekten durch die Imitation ihrer Sexualduftstoffe anlocken; andere Orchideen riechen wie Pilze und ziehen so Fliegen an, die Eier ablegen möchten; und einzelne tropische Orchideen liefern bestimmten Bienenarten Duftstoffe, mit denen diese den Weg zu guten Nahrungsquellen markieren.

Im Gegensatz zu Orchideen der Tropen, die oft auf Bäumen sitzen, sind die gut 70 Schweizer Arten Erdorchideen. Sämtliche Arten sind Spezialisten für magere Standorte; so wachsen sie entweder in besonders artenreichen Magerrasen und Feuchtgebieten, oder aber in Pflanzengemeinschaften wie Hochmooren, deren wenige Bewohner an ganz spezielle, extreme Lebensbedingungen angepasst sind und sonst nirgends vorkommen. Wer sich mit Orchideen beschäftigt, trifft deshalb auf unterschiedliche Aspekte von Biodiversität: Auf die Vielfalt der Arten und ihrer Beziehungen untereinander ebenso wie auf die Vielfalt der Lebensräume.

Mit Orchideen beschäftigen sich aber auch Forscher, die wissen wollen, welche Bedeutung die Vielfalt des Erbgutes für das Überleben von Pflanzenbeständen und Pflanzenarten hat; denn nicht alle Orchideen lassen sich durch Insekten von anderen Orchideen bestäuben. Viele bestäuben sich selbst innerhalb der gleichen Blüte; und manche können sich mit unbestäubten Fruchtknoten vegetativ fortpflanzen (ähnlich wie andere Pflanzen mit Blattsprossen und anderen Ablegern), so dass ganze Bestände aus Klonen mit identischem Erbgut bestehen.

Alpengarten 2010. Öffnungszeiten: täglich 8.30 bis 18.00 Uhr. Eintritt frei. Führungen nach Voranmeldung 50 Franken pro Gruppe (ab 20 Personen wird eine Gruppe geteilt). Telefon 033 822 28 35. Anfahrt per Bahn (Interlaken Ost-) Wilderswil–Schynige Platte: Fahrzeit ab Wilderswil 50 Minuten www.jungfraubahn.ch / Weitere Informationen unter www.alpengarten.ch
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