Ärztezentrum Oberhasli AG gegründet
Im Gesundheitszentrum Oberhasli in Meiringen beziehen im Dezember 2010 drei Ärzte aus der Region eine Praxisgemeinschaft. Um mittelfristig die medizinische Grundversorgung im Oberhasli sicherzustellen, haben verschiedene Unternehmen, Organisationen und Gemeinden die mit einem Aktienkapital von 500 000 Franken ausgestattete Ärztezentrum Oberhasli AG gegründet.
pd/bns. «Die drei Ärzte, Karl Haefele, Peter Wälchli und Vincent Marcinko verlegen ihre bestehenden Hausarztpraxen in die neue Praxisgemeinschaft», heisst es in einer Medienmitteilung. Dank dem Regierungsrat des Kantons Bern, der das Projekt mit einer Anschubfinanzierung von 150 000 Franken unterstütze, der Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken (Spitäler FMI AG), welche die Räumlichkeiten im ehemaligen Spital Meiringen mit dieser Anschubfinanzierung zur Verfügung stelle, und der Bereitschaft der drei Ärzte, bestehende Praxen aufzugeben und in einem neuen Umfeld neu zu starten, «kann im Oberhasli ein Pilotprojekt umgesetzt werden, welches zukunftsweisenden Charakter auch für andere Regionen hat», heisst es in der mit zusätzlichen Informationen ergänzten Medienmitteilung. Laut dem Arzt Karl Haefele aus Innertkirchen ist die Finanzierung des Projekts gesichert, ohne jedoch einen annähernden Gesamtbetrag beziffern zu können.
Auf Initiative von Ärzten und Unternehmen aus dem Oberhasli und mit Unterstützung der Ärztegesellschaft des Kantons Bern habe eine Arbeitsgruppe in den vergangenen zwei Jahren die Grundlagen zur Gründung einer Praxisgemeinschaft im Gesundheitszentrum in Meiringen geschaffen, verlautet im weiteren. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe seien überzeugt, mit diesem Schritt mittel- bis langfristig die medizinische Grundversorgung in der Region sicherzustellen, verlautet im weiteren. Das Konzept sehe vor, dass in einem ersten Schritt die drei Hausärzte gleichzeitig in die Praxisgemeinschaft im Gesundheitszentrum einziehen. Bei einem Austritt eines dieser Ärzte könne die Nachfolge flexibel geregelt werden, und es bestehe die Möglichkeit, dass auch mehrere Teilzeitärzte in die Gemeinschaft einsteigen: «Dieses neue Modell ist notwendig, da immer weniger Ärzte bereit sind, in eine Landarztpraxis zu investieren und die damit notwendige zeitliche Belastung rund um die Uhr während sieben Tagen in der Woche in Kauf zu nehmen.» – Die Mitglieder der Arbeitsgruppe: Heinz Witschi, Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken (Spitäler FMI AG), Jürg Schlup, alt Präsident Ärztegesellschaft des Kantons Bern, Karl Haefele, Ulrich Ingold, Ärztlicher Bezirksverein Oberland-Ost, Dres von Weissenfluh, Kraftwerke Oberhasli AG Christoph Engel, Visana, Andreas Michel, Michel Gruppe AG und Susanne Huber, Gemeindepräsidentin von Meiringen.
Die Ärztezentrum Oberhasli AG kann laut der Medienmitteilung «dank einem breiten Engagement aus dem Bereich Gesundheitswesen und von Unternehmen und den Gemeinden aus der Region gegründet werden». An Aktionären werden folgende Personen, Gesellschaften, Organisationen und Gemeinden aufgeführt: Karl Haefele, Vincent Marcinko, Peter Wälchli, die Spitalgruppe Frutigen, Meiringen und Interlaken, die Kraftwerke Oberhasli AG, die Ärztekasse Genossenschaft, die Visana, die Michel Gruppe AG sowie die die sechs Gemeinden im Oberhasli und die Dorfgemeinde Meiringen. Zudem habe sich die EWR Energie AG mit einem A-fonds-perdu-Beitrag am Projekt beteiligt.
Die Ärztezentrum Oberhasli AG wird laut der Medienmitteilung die Räumlichkeiten im Gesundheitszentrum Oberhasli von der Spitäler FMI AG mieten und an die drei Ärzte weitervermieten. Der Umbau des ehemaligen Geschosses B im Gesundheitszentrum Meiringen erfolge in den nächsten Monaten, der Umzug der Ärzte sei auf Dezember 2010 geplant: «Damit die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr sichergestellt ist, soll der Ortsbus zukünftig wieder eine Haltestelle beim Gesundheitszentrum haben.»
Mit dem Wegzug von Karl Haefele aus Innertkirchen verliere die Bevölkerung innert dem Kirchet einen eigenen Arzt: «Mit der Entscheidung, drei Jahre vor der Pensionierung in Meiringen neu anzufangen, zeigt sich Haefele überzeugt, dass so eine Nachfolgeregelung gefunden werden und die medizinische Versorgung im Oberhasli sichergestellt werden kann.» Jürg Schlup, ehemaliger Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons Bern und Mitglied der Arbeitsgruppe, bestätige, dass die Gründung der Ärztezentrum Oberhasli AG der richtige Schritt sei, um die medizinische Grundversorgung in der Region mit Eigeninitiative sicherzustellen. |