«Alternative» Zerstörung von Landschaften
Neben einer rasch fortschreitenden Zersiedelung sind es nach Auffassung des Vorstandes der Regionalgruppe Interlaken-Oberhasli des Berner Heimatschutzes neuerdings auch die Bemühungen zur Gewinnung von Alternativenergien, die in Form von Windpärken, Sonnenkollektoren und Kleinkraftwerken zu irreversiblen Eingriffen in bisher unberührte Landschaften führten.
pd/bns. Dass sich der Heimatschutz für alte Bauten und mehr Qualität bei Neubauten einsetze, sei allgemein bekannt, heisst es in einer Medienmitteilung über die jüngste Vorstandssitzung der Regionalgruppe Interlaken-Oberhasli in der restaurierten Säge Leissigen. Weniger bekannt sei das Engagement für den Schutz der Landschaft: «Dabei war es gerade das, was vor mehr als hundert Jahren zur Gründung des Schweizer Heimatschutzes geführt hat. Unzählige Bahnprojekte erregten damals den Widerstand derjenigen, denen die unverbauten Landschaften unserer Heimat am Herzen lagen.» Diese Landschaften seien auch heute noch in Gefahr: «In unserer Region sind es die beiden Projekte Bachläger in Grindelwald und Reichenbach in Meiringen, bei deren Realisierung einmalige Landschaftsbilder unwiederbringlich beeinträchtigt würden.» Das könne und dürfe sich unsere Tourismusregion nicht leisten, fand auch der Heimatschutzvorstand und beschloss darum den Beitritt zu den beiden Schutzvereinigungen.
Historische Sägerei restauriert
An die Finanzierung der mit 640 000 Franken restaurierten, im vergangenen Mai eingeweihten Sägerei Leissigen hat die Regionalgruppe Interlaken-Oberhasli des Berner Heimatschutzes nicht zurückstehen wollen und leistete einen als eher symbolisch bezeichneten Beitrag von 500 Franken, weil das Ganze schon weitgehend finanziert sei. Einen grossen Teil der Kosten trage die Gemeinde Leissigen mit 300 000 Franken. Einen namhaften Beitrag von 10 000 Franken soll unter anderem auch der Schweizer Heimatschutz geleistet haben. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen habe ein Verein mit Unterstützung der Gemeinde Leissigen, der Denkmalpflege, des Heimatschutzes und anderer Sponsoren die historische Sägerei am See mit grosser Sorgfalt wieder in einen betriebsfähigen Zustand gebracht und damit auch einen Ort für Anlässe aller Art geschaffen, wird in der Medienmitteilung im weiteren erinnert: «An der aufwendigen Restaurierung haben sich auch zahlreiche Betriebe in der Region mit ihren Lehrlingen beteiligt.»
Jahresbott des Heimatschutzes
Das diesjährige Bott vom 30. April fand laut der Medienmitteilung in Saxeten statt: «Der Anlass wurde im Rückblick nicht zuletzt dank der Mitwirkung der Künstler George Steinmann und Ueli Bettler als Erfolg gewertet.» Für 11. September sei wieder ein Anlass im Rahmen der europäischen Tage des Denkmals in Vorbereitung: «Wir organisieren im Rahmen des Tagesthemas ‹Häuser des Lebens – Gärten des Todes› einen Besuch in der interessante Michaelskirche in Meiringen.» |