Gondelbahn Grindelwald–Männlichen: Zweiter Speichersee im Bau
Nach einer gut achtjährigen Bewilligungsphase hat die Gondelbahn Grindelwald–Männlichen mit dem Bau eines zweiten Speichersees von 100 000 Kubikmeter Inhalt begonnen. Mit dem Speichersee beziehungsweise mit dem Wasser daraus soll das beschneibare Gebiet erweitert werden, um die Schneesicherheit künftig auf den Hauptpisten und auf der gesamten Talabfahrt bis hinunter nach Grindelwald-Grund zu gewährleisten.
pd/bns. «Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen auch wir auf die technische Beschneiung zu setzen», heisst es in einer Medienmitteilung der Gondelbahn Grindelwald–Männlichen (GGM): «Dies erfordert allerdings nicht nur effiziente Beschneiungsanlagen, sondern es muss auch die erforderliche Wassermenge verfügbar sein.» Das Volumen des alten Speichersees im Schlafboden mit einem Fassungsvermögen von 9000 Kubikmetern reicht nach Angaben von Geschäftsführer Daniel Zihlmann bei weitem nicht aus, um die in Zukunft wesentlich grössere Zahl von Schneemaschinen und -lanzen mit Wasser zu speisen. Schon bisher habe der See während der Winterzeit vier bis fünf Mal aufgefüllt werden müssen.
Ein langer Weg
«Es war ein langer, zeit- und kostenintensiver Weg um alle planerischen und juristischen Hürden zu überwinden», verlautet im weiteren: «Mit dem Ziel, Gewässer, Feuchtgebiete, Pflanzen, Wildeinstandsgebiete, erosionsgefährdete Böden und so weiter zu schützen, wurden und die Vorschriften in den letzten Jahren laufend verschärft.» Umweltverträglichkeitsprüfungen mit zahlreichen Mitwirkungs- und Bewilligungsverfahren auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene – jedes Mal mit der Möglichkeit zur Einsprache durch interessierte Ämter, Institutionen und Privatpersonen – seien zu durchlaufen gewesen.
Dreimal neuen Standort geplant
Die Überwindung all der zahlreichen rechtlichen, organisatorischen und administrativen Hindernisse hatte laut der Medienmitteilung im Falle der Gondelbahn Grindelwald–Männlichen zur Folge, dass der geplante, zusätzliche Speichersee während der nicht weniger als acht Jahre dauernden Bewilligungsphase dreimal an einem andern Standort habe neu geplant werden müssen. Auch der letzte Standort sei aufgrund von nationalen Vorschriften des Gewässerschutzes nicht zustandegekommen: «Nun kommt der Speichersee auf einen Hügel im Gebiet ‹Ischlag› zu liegen anstatt in der benachbarten natürlichen Geländemulde im Gebiet ‹Hindrem Stand›.»
Vorschriften verteuern
Die langwierigen Verfahren, verbunden mit zahlreichen Planänderungen und –anpassungen, erforderten laut GGM viel Ausdauer, Zeit und Geduld. Stark ins Gewicht fielen vor allem die Mehrkosten. Auch komme der anspruchsvolle Bau eines Speichersees auf einem Hügel wesentlich teurer zu stehen als in einer Geländemulde: «Im Zentrum unserer langjährigen Bemühungen stand stets die Sicherung des Wintersaisonstarts, dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der prognostizierten Klimaerwärmung.» Ein wichtiges Anliegen der GGM sei aber immer auch die Erhaltung von wichtigen Arbeitsplätzen in der Region: «Während des Wintersportbetriebs sind allein im Gebiet Männlichen rund 130 Personen beschäftigt.»
Technische Angaben. Aushub 110 000 Kubikmeter. Inhalt 100 000 Kubikmeter. Seeoberfläche 11 200 Quadratmeter. Foliengrösse 18 360 Quadratmeter (Kosten 721 000 Franken. Einstauhöhe 17 Meter. Entnahmeleistung 260 Liter in der Sekunde. 2,5 Kilometer Ringleitung, 1,2 Kilometer Leitung ab See, 400 Millimeter-Leitungen. Kosten See fünf Millionen Franken, Leitungen und Pumpstation vier Millionen Franken. 2009 zirka vier Millionen Franken investiert. |