Konzessionsgesuche der KWO vor der Einreichung
In der zweiten Hälfte August will die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) das Gesuch für Konzessionsänderungen einreichen, und zwar gleichzeitig für alle drei Hauptprojekte im Rahmen von KWO plus. Weiterhin nicht konsensfähig ist für die KWO die Vergrösserung des Grimselsees – für die Umweltorganisationen ist die Moorfrage eine Grundsatzfrage.
die Staumauer Spittellamm beim Grimsel Hospiz: Seevergrösserung durch Erhöhung der Mauern um 23 Meter «nicht konsensfähig». (Archivbild Peter Schmid).
bns/pd. KWO-Verwaltungsratspräsident Peter Schmid und Direktor Gianni Biasiutti gaben sich an der Generalversammlung im umgebauten Grimsel Hospiz laut einer Medienmitteilung zuversichtlich, «dass sich die Kraftwerksprojekte mit dem nötigen politischen Willen des Kantons rasch durch das Bewilligungsverfahren führen lassen». Eines der Projekte beinhalte die Vergrösserung des Grimselsees. Diesem See fliesse viel mehr Wasser zu als er fassen könne. Mit einer Erhöhung der Mauern um 23 Meter könne das Seevolumen um 75 Prozent gesteigert werden: «Dieser grössere Speicher erlaubt es, das Wasser besser über das Jahr verteilt für die Stromproduktion einzusetzen.»Die Verhandlungen in der kantonalen Begleitgruppe liefen seit mehr als einem Jahr, verlautet im weiteren: «Klar ist heute: Die Seevergrösserung ist nicht konsensfähig; für die Umweltorganisationen ist die Moorfrage eine Grundsatzfrage.» Klar sei aber auch, dass die beiden Kraftwerksprojekte keinen Anlass zu wesentlichen Einwänden gäben: «Und auf die konkreten Kritikpunkte bei den Gewässerfragen konnte die KWO durchwegs Lösungen anbieten. Die nächste und hoffentlich letzte Besprechung der Begleitgruppe findet am 2. Juli statt.» KWO-Direktor Gianni Biasiutti: «Mit dem nötigen politischen Willen des Kantons kann der Begleitgruppenprozess jetzt zum Abschluss gebracht werden; und die beiden Kraftwerksprojekte lassen sich dann rasch durch das Bewilligungsverfahren führen.»
Nochmals ans Bundesgericht?
Es macht laut KWO-Verwaltungsratspräsident Peter Schmid den Anschein, «dass die Seevergrösserung nochmals den Weg nach Lausanne gehen muss». Die KWO hielten aber an der Seevergrösserung fest – sie sei ein Kernelement des Investitionsprogramms: «Wir sind überzeugt, dass Speichermöglichkeit an Bedeutung weiter gewinnen wird, zur Einbindung neuer erneuerbarer Energien, aber möglicherweise auch wegen des Klimawandels.» Für das Umwälzwerk und die Kraftwerkprojekte sei von den Umweltorganisationen bis jetzt Einvernehmen signalisiert worden. Die über 60jährigen Anlagen Handeck 2 und Innertkirchen 1 sollen aufgewertet werden: «Neue Druckschächte verringern Reibungsverluste und dank dem Einflechten von zwei neuen Maschinen wird das Leistungsangebot um 240 Megawatt gesteigert. Ein Beruhigungsbecken bei der Wasserrückgabe in Innertkirchen wertet die Aare ökologisch auf. Die Inangriffnahme dieser beiden Kraftwerkprojekte häng nicht von der Bewilligung zur Staumauererhöhung ab. Die Reihenfolge der Realisierung bleibe offen: «Obschon unsere Geduld erneut strapaziert wurde, bleiben wir konstruktiv und zuversichtlich und wir wollen vorwärts machen.» Die Idee eines Pumpwerkes Räterichsbodensee–Brienzersee habe etwas frühe und grosse Publizität erfahren: «Sie entspricht langfristigen – interessanten – Überlegungen, ändert aber nichts am Projekt KWO plus.»
Drittbestes Jahresergebnis
Mit der Produktion von 2303 Gigawattstunden (GWh) habe die Kraftwerke Oberhasli AG im letzten Jahr ihr drittbestes Jahresergebnis seit dem Jahr 1932 erreicht, verlautete an der Generalversammlung im weiteren: «Der Gesamtumsatz stieg auf 163 Millionen Franken. Der entsprechende Anstieg von 16 Prozent beruht zu einem grossen Teil auf neuen Kosten für Systemdienstleistungen von Swissgrid. Der Cash-flow betrug gut 36 Millionen Franken. Die Investitionen in die Anlagen der KWO beliefen sich auf 47 Millionen Franken.» Das Spitzenergebnis konnte laut Medienmitteilung aufgrund von guten hydrologischen Verhältnissen und einer hohen Verfügbarkeit der Maschinen erreicht werden: «Dies ist nicht selbstverständlich, wurden doch umfangreiche Umbau- und Revisionsarbeiten durchgeführt.» |