Schaf und Wolf: Neue Regeln für den Herdenschutz
Auch im Sommer 2010 werden vermutlich mehrere Wölfe in der Schweiz unterwegs sein. Für die Unterstützung der Herdenschutzmassnahmen stehen dem Bundesamt für Umwelt begrenzte Mittel zur Verfügung. Damit diese effizient eingesetzt werden können, sind im revidierten Anhang 6 im Konzept Wolf neue Prioritäten für die Unterstützung von Herdenschutzmassnahmen festgelegt worden.
pd/bns. Im revidierten Anhang 6 des Konzepts Wolf Schweiz wird laut einer Medienmitteilung festgehalten, welche Unterstützungsbeiträge das Bundesamt für Umwelt im Bereich Herdenschutz leiste: «Grundsätzlich werden die Unterstützungsbeiträge auf Alpen in Gebieten mit nachgewiesener, andauernder Wolfspräsenz (Präventionsperimeter 1) konzentriert.» Ein Schwerpunkt liege dabei beim Einsatz von Herdenschutzhunden. Kauf und Unterhalt der Hunde würden nach wie vor finanziell unterstützt, und zwar mit 500 Franken für den Kauf und 1000 Franken für den Unterhalt pro Jahr: «Da Hunde im Voralpengebiet vermehrt auch auf Weiden ohne ständige Behirtung zum Einsatz kommen, wird neu eine Pauschale von 1000 bis 2000 Franken für die erhöhten Aufwände zur Betreuung der Hunde ausbezahlt.» Hingegen sollen neu keine Alpbeiträge als Ergänzung zu den Sömmerungsbeiträgen mehr gewährt werden: «Eine Behirtung der Schafherden wird nach wie vor als ökologisch sinnvoll und für den Herdenschutz von grossem Vorteil beurteilt.» Das Management der Schafherden sei aber grundsätzlich eine Aufgabe der Landwirtschaft und sei deshalb in der Sömmerungsbeitragsverordnung bereits geregelt.
Insgesamt stehen laut Medienmitteilung für die Unterstützung der Herdenschutzmassnahmen im Jahr 2010 830 000 Franken zur Verfügung (2009: 800 000 Franken). Ein wirksamer und von der öffentlichen Hand unterstützter Herdenschutz werde immer wichtiger. Die langfristige finanzielle Sicherung der Unterstützungsbeiträge für Herdenschutz sei ein grosses Anliegen der Nutztierhalter und der Kantone, verlautet im weiteren. Der Bund wolle diese Unterstützung grundsätzlich weiterhin gewährleisten. Da jedoch die aktuelle Organisationsform an ihre Grenzen stosse, brauche es neue Lösungsansätze: «Der Bundesrat hat deshalb das Bundesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, entsprechende Ideen auszuarbeiten: «Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wird diesen Sommer ihre Arbeit aufnehmen.»
In den letzten Jahren habe in der Schweiz die Anzahl der Wölfe stetig zugenommen und diese hätten sich auch weiter verbreitet, heisst es in der Medienmitteilung: «Im Jahr 2009 wurden elf verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen, und zwar in elf Kantonen. Zudem gab es Hinweise auf weitere Tiere. Bereits ist belegt, dass einige dieser Wölfe auch im Jahr 2010 in der Schweiz unterwegs sind. Damit die Schäden an Nutztieren klein gehalten werden könnten, unterstützt das Bundesamt für Umwelt die Schafhalter bei der Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen.» Individuelle Beratungen und die Finanzierung von Schutzmassnahmen sollen zu einem möglichst konfliktfreien Zusammenleben zwischen Mensch und Grossraubtier beitragen. |