Betriebsversuch mit dem Thuner Entlastungsstollen
Der Entlastungsstollen in Thun wird morgen Mittwoch 26. und eventuell auch am Donnerstag 27. Mai 2010 erneut auf seine Funktionsfähigkeit hin getestet. An den Testtagen wird der Wasserspiegel der Aare zwischen Thun und Bern kurzfristig schwanken. Der Hochwasserschutz behält auch während der Testphase oberste Priorität.
pd/bns. Gleichzeitig übt laut einer Medienmitteilung die BLS-Schiffahrt Berner Oberland das Manövrieren ihrer Schiffe bei geöffnetem Stollen. Die Schiffahrt auf dem im Vorfeld des Betriebsversuchs um etwa 15 Zentimeter auf rund 557,85 Meter über Meer (Normalnull) aufgestauten Thunersee soll dadurch in keiner Art und Weise beeinträchtigt werden.
Zur Überprüfung der automatischen Funktionsweise des Entlastungsstollens in Thun führt das Amt für Wasser und Abfall auch in diesem Jahr einen Betriebsversuch durch: «Dazu wird der Stollen am Mittwoch 26. Mai 2010 und voraussichtlich auch am Donnerstag 27. Mai 2010 geöffnet.» Während des Testbetriebs werde der Stollen bis zu einer Durchflussmenge von 95 Kubikmeter pro Sekunde geöffnet. Gleichzeitig blieben auch die Schleusen weitgehend offen.
Die Öffnung des Stollens beginnt laut der Medienmitteilung in den frühen Morgenstunden des Mittwochs 26. Mai 2010 und dauert bis am Nachmittag: «Je nach Verhältnissen werden die Tests am Donnerstag 27. Mai 2010 fortgesetzt. Die Abflussmenge der Aare zwischen Thun und Bern werde dadurch im Verlauf des Mittwoch- und eventuell auch des Donnerstagmorgens deutlich schwanken. Die Aare kann in Thun voraussichtlich um 130 Zentimeter und in Bern etwa 110 Zentimeter ansteigen: «Da der Stollen nur schrittweise geöffnet wird, wird der Pegel der Aare in Bern nicht mehr als etwa 20 Zentimeter pro Stunde ansteigen. Während der gesamten Testphase behält der Hochwasserschutz höchste Priorität. Bei ungünstiger Witterung wird der Versuch verschoben. Der Abfluss aus Aare und Entlastungsstollen wird so reguliert, dass während der Versuche maximal 340 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch Bern fliessen werden.»
Der Hochwasserentlastungsstollen in Thun sei in das weitgehend automatische Reguliersystem des Thunersees eingebunden, wird in der Medienmitteilung erinnert: Er soll die Region Thun vor künftigen Hochwassern schützen: «Dank ihm kann im Vorfeld eines prognostizierten Hochwassers Wasser aus dem See abgelassen werden. Dadurch wird die Abflusskapazität des Sees erhöht.» |