Projekt «Aarewasser» stösst mehrheitlich auf Zustimmung
Das Hochwasserschutzprojekt Aare Thun–Bern («Aarewasser») ist in der öffentlichen Auflage mehrheitlich auf Zustimmung gestossen. Gemessen an der Grösse des Projekts sind weniger Einsprachen eingegangen als erwartet.
kkb/bns. Die Einsprachen konzentrierten sich laut einer Medienmitteilung im wesentlichen auf zwei Schwerpunkte: Die Grundwasserproblematik in Uttigen und die vorgesehenen Massnahmen in Belp. Das Projekt, das den Hochwasserschutz im Aaretal verbessern und die Trinkwasserversorgung sicherstellen soll, habe im letzten November öffentlich aufgelegen: «Insgesamt 76 Einsprachen sind zum Projekt eingegangen, rund die Hälfte von Privaten, die andere Hälfte von Institutionen.» Die Gesamtprojektleitung unter dem Vorsitz von Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer habe das Ergebnis mit Befriedigung zur Kenntnis genommen: «Gemessen an der Grösse des Projekts mit 18 beteiligten Gemeinden und nahezu 50 Kilometer Uferlinie wertet die Gesamtprojektleitung das Resultat als positiv. Insbesondere der Umstand, dass die geplanten Massnahmen zur Naherholung und zur ökologischen Aufwertung des Gebiets kaum Anlass zu Kritik gegeben haben, lässt auf eine solide Projektarbeit schliessen.»
Fragen zum Grundeigentum
Bei der Mehrheit der Einsprachen gehe es um Fragen zum Grundeigentum, verlautet im einzelnen: So forderten etliche Grundbesitzer Realersatz beziehungsweise eine höhere Entschädigung für ihr Land. Viele Betroffene möchten bestehende Zugangs- und Nutzungsrechte beibehalten oder sich gegen allfällige nachteilige Folgen aus dem Projekt absichern: «Geografisch lassen sich zwei Schwerpunkte ausmachen, um welche mehr als die Hälfte der Einsprachen kreist. Der eine Schwerpunkt bezieht sich auf die Grundwasserproblematik in Uttigen. Obschon im Projekt ein Lösungsansatz aufgezeigt wird, um ein Ansteigen des Grundwasserspiegels zu verhindern, äussern viele Einsprechende diesbezüglich Bedenken.» Unter den Einsprechenden seien auch die Gemeinde Uttigen. Der zweite Einspracheschwerpunkt betreffe die geplante Notentlastung in Belp, wo der Damm unterhalb der Schützenfahrbrücke gezielt überflutet werden soll, falls ein Extremhochwasser das Fassungsvermögen des künftigen Aarebettes zu sprengen drohe: «Das Szenario eines Extremhochwassers, das so im Aaretal seit Messbeginn noch nie vorgekommen ist, hat bei den betroffenen Grundeigentümern Verunsicherung ausgelöst.» Vorbehalte äusserten auch einige Infrastrukturbetreiber wie zum Beispiel die Wasserversorger. Trotz entsprechenden Gegenmassnahmen im Projekt befürchteten sie Nachteile für die Trinkwassergewinnung, weil einige der geplanten Hochwasserschutzmassnahmen punktuell in der Gewässerschutzzone lägen.
Der Kanton will von März bis Juni Verhandlungen mit den Einsprechern führen. Anschliessend werde das Projekt angepasst, so dass Ende dieses Jahres die Projektgenehmigung vorliegen könnte: «Mit der Umsetzung der ersten Massnahmen kann frühestens im Winter 2011/2012 begonnen werden.
Unterhaltsmassnahmen in der Hunzigenau
Die Hunzigenau an der Aare bei Rubigen sei vor wenigen Jahren renaturiert worden, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Entstanden ist eine schöne Flusslandschaft, die von der Bevölkerung rege genutzt wird.» Bei der jährlichen Kontrolle sei im Auslaufbereich des Seitenarms ein Sanierungsbedarf festgestellt worden. Der Gemeinderat von Rubigen habe für die Sanierung der betroffenen Bereiche einen Kredit von 55 000 Franken gesprochen: «Die Kosten werden nach Abschluss der Arbeiten vom Kanton übernommen. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich in der zweiten Märzwoche.» |