Haslital-Tourismus gegen Schattenhalb 4
Auf den geplanten Neubau eines Wasserkraftwerks Schattenhalb 4 sollte nach Auffassung des Vorstandes von Haslital-Tourismus in einer Stellungnahme verzichtet werden, da die Eingriffe in die Natur und damit in die wichtigste touristische Ressource, zu gross wären.
pd/bns. Mit einer neuen Strategie wolle der Kanton Bern die wertvolle Ressource Wasser schützen und nachhaltig nutzen, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Daher hat er eine einheitliche Strategie für alle Fragen erarbeitet, die mit der Nutzung des Wassers durch den Menschen zusammenhängen. Dieses Papier liegt nun zur Mitwirkung auf und der Vorstand von Haslital-Tourismus hat sich mit diesem Thema befasst und dazu sowie auch zum Wasserkraftprojekt Schattenhalb 4 Stellung genommen.»
Der Vorstand von Haslital Tourismus erachte die gesamte Wasserstrategie als sehr umfangreiches und komplexes Projekt, verlautet im weiteren: «Abgesehen davon, dass den Bedürfnissen des Tourismus gegenüber den übrigen Nutzungen ein zu geringes Gewicht beigemessen wird, stimmt für ihn die Stossrichtung. Dennoch wird befürchtet, dass in der Anwendung die Problematik der jeweiligen konkreten Projekte zu wenig berücksichtigt wird. Haslital Tourismus ist der Meinung, dass, unabhängig der Strategie, der einzelne Fall und das einzelne Projekt zwingend separat beurteilt werden müssen.» Generelle Aussagen in der vorliegenden Wasserstrategie würden der Komplexität der einzelnen Projekte in bezug auf die verschiedenen Anliegen, Ansichten und Bedürfnisse in keiner Art und Weise gerecht: «Gerade aus Sicht des Tourismus ist die Abwägung im Einzelfall unabdingbar.»
Aus diesem Grund hat laut der Medienmitteilung Haslital-Tourismus auch für das Projekt Schattenhalb 4 im Reichenbachtal eine Stellungnahme abgegeben. In der Region Oberhasli bestehe seit Jahrzehnten ein breit anerkannter Konsens über die Nutzung der natürlichen Ressourcen: «Dieser Konsens beinhaltet im wesentlichen eine intensive touristische Nutzung des Teilgebietes Hasliberg insbesondere auch durch mechanische Erschliessung für Winter- und Sommertourismus, eine intensive Nutzung der Wasserressourcen zur Energieproduktion primär im Raum Innert dem Kirchet sowie Verzicht auf jegliche mechanische Erschliessung im Gebiet Rosenlauital/Grosse Scheidegg.»
Diese drei Punkte hätten im Vorstand zur Überzeugung geführt, dass auf den geplanten Neubau verzichtet werden sollte, da die Eingriffe in die Natur und damit in die wichtigste touristische Ressource, zu gross wären (zum Beispiel Reduktion der Wassermenge, sichtbares Stauwehr, Strassenbau, Bauverkehr, Deponien, Lärmemissionen und so weiter). «Sollten aber andere Überlegungen den touristischen übergeordnet werden und das Projekt Schattenhalb 4 realisiert werden, so will Haslital-Tourismus, dass bei der Planung und Realisierung des Projektes grösstmögliche Rücksicht auf die touristischen Interessen genommen wird. Auf eine Wasserfassung oberhalb der Junghansbrücke soll verzichtet werden, um das touristisch und kulturhistorisch äusserst bedeutsame Landschaftsbild ohne Eingriff zu erhalten. Die Baustelleninstallationen und der Verkehr sollen auf ein absolutes Minimum beschränkt werden und natur- und landschaftsschonend erfolgen. Zudem soll auf einen Ausbau der Strasse verzichtet werden gleichzeitig im Sinne von Kompensationsmassnahmen die bestehende Strasse saniert, der öffentliche Verkehr ausgebaut und die Reichbachfallbahn erhalten werden.»
So sei Haslital-Tourismus überzeugt, «dass individuelle, auf das einzelne Projekt bezogene Abwägungen der Sache letztlich viel dienlicher sind». Während Nutzung und Produktion der Versorgung diene, sei aus touristischer Sicht unbedingt auch dem Landschaftsbild und dem Erlebnis und Erholungswert Rechnung zu tragen. |