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Dienstag 12. Oktober 2010
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Amerikanische Walnussfruchtfliege in der ganzen Schweiz

Die Walnussfruchtfliege hat sich jüngst in der ganzen Schweiz ausgebreitet. Die Forschungsresultate der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil zeigen, dass die Kältebarriere am Alpenkamm wegen des Klimawandels immer schmaler und daher überwindbar wird.

pd/bns. Das Problem bestehe erst seit kurzem: Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) war laut einer Medienmitteilung ursprünglich nur im Südwesten der USA beheimatet, habe sich jedoch in die Walnussanbaugebiete der USA sowie von Mexiko ausgebreitet und wurde in den 1980er Jahren auch nach Europa eingeschleppt: «Zuerst trat die Art in Nordwestitalien auf, dann wurde sie im Tessin Anfang der 1990er Jahre gefunden. Etwa 15 Jahre lang konnte der Alpenkamm die Art abhalten, nach Norden vorzudringen, bis sie um das jahr 2005 in weiteren Gebieten der Schweiz gefunden wurde.»

Der Klimawandel ermögliche es Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Gebieten, sich in der Schweiz auszubreiten, verlautet im weiteren: «Die Neuankömmlinge können unseren Landwirten gewaltig zu schaffen machen. Um Einschleppung oder Einwanderung weiterer gebietsfremder Insekten zu erschweren, muss man die Ausbreitungswege und -faktoren kennen.» Daher hätten Insektenspezialisten an der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil die Walnussfruchtfliege näher erforscht, die sich jüngst in der Schweiz ausgebreitet habe: «Die Resultate zeigen, dass die Kältebarriere am Alpenkamm wegen des Klimawandels immer schmaler und daher überwindbar wird.»

Die Freude über die anstehende Walnussernte wird laut der Medienmitteilung bei vielen Schweizer Nussbaumbesitzern in diesem Jahr getrübt sein: Die Nüsse würden schon am Baum schwarz. Darüber hinaus löse sich bei der Ernte die Fruchthülle nicht einfach ab, sondern klebe schmierig an der Nuss und sei manchmal voller Maden: «Ursache ist die Walnussfruchtfliege, deren Larven zwar selten den Nusskern befallen, aber die Ernte zu einer schwierigen und schmutzigen Angelegenheit machen.» Seit etwa dem Jahr 2005 sei die Ausbreitung dieser Art nun nicht mehr aufzuhalten, aber es lohne sich, die Ausbreitungswege und die klimatischen Faktoren zu verstehen, um für zukünftige Invasionen anderer Arten gewappnet zu sein.

Die ganze Schweiz ist betroffen
Insektenspezialisten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil haben laut der Medienmitteilung zusammen mit Gastwissenschaftlern vom Instituto de Ecología in Xalapa/Mexiko die Walnussfruchtfliege in der Schweiz näher erforscht: «Es zeigte sich, dass die verschiedenen Nusssorten ganz unterschiedlich vom Schädling betroffen sind, was in Zukunft bei Neupflanzungen beachtet werden sollte.» Allerdings sei die Walnussfruchtfliege mittlerweile in allen Regionen der Schweiz verbreitet. Sogar Winterkälte schrecke die Art dabei nicht ab. Hingegen hingen Auftreten und Befallsstärke mit den Frühjahrstemperaturen und daher mit der Saisonlänge zusammen. So würden Gebiete mit Frühjahrstemperaturen unter sieben Grad Celsius kaum besiedelt.

Kältebarriere am Alpenkamm wird immer schmaler
Darüber hinaus vermittelten Klimaberechnungen der Forscher, dass die kühle Zone um den Alpenkamm in den letzten 20 Jahren immer enger geworden sei. Deshalb würden die Alpen mit der vorhergesagten Erwärmung immer weniger als Barriere wirken: «So schrumpfte der für die Fliege ungünstige Bereich im Gotthardgebiet von ehemals 50 vor dem Jahr 1990 auf durchschnittlich 20 Kilometer in den letzten zehn Jahren; in Zukunft wird der Durchschnittswert zirka 15 Kilometer betragen.» In einem besonders warmen Frühjahr wie 2007 sei die Barriere schon heute lediglich elf Kilometer breit.

«Die Walnussfruchtfliege sei nur ein Beispiel – andere Schadinsekten könnten folgen, wird in der Medienmitteilung gewarnt: «Wir müssen genau beobachten, welche Arten sich im Mittelmeerraum ansiedeln, weil die Alpen infolge Klimawandel unsere wichtigen Obstbaugebiete immer weniger abschirmen. Und wir müssen die Biologie und klimatischen Ansprüche der Arten sehr gut verstehen», erklärt Jörg Samietz, Insektenforscher und Leiter der Forschungsgruppe Zoologie bei der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil, wo Experten an der Früherkennung und Überwachung von invasiven Arten arbeiten.

Informationen zu invasiven Arten
Wenn sich gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ausbreiten, können sie unseren Landwirten gewaltig zu schaffen machen und den nachhaltigen Pflanzenschutz gefährden. Entsprechend unfreundlich bezeichne man diese Tiere und Pflanzen als invasive Arten. Sie könnten von selber einwandern oder durch den Menschen eingeschleppt werden, etwa via internationale Pflanzen- und Fruchtlieferungen, die Schädlinge enthalten.

Früherkennung und Überwachung
Forscher der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil und Experten des Instituto de Ecología in Xalapa/Mexiko haben laut der Medienmitteilung von 2008 bis 2010 Untersuchungen zur Biologie und zur Verbreitung der Art in der Schweiz durchgeführt: «Über 70 Standorte in der ganzen Schweiz wurden aufgesucht und von Walnussbäumen Proben zur Laboruntersuchung genommen. Die Ergebnisse liefern Schlussfolgerungen für die Ausbreitung und Bekämpfung anderer invasiver Arten, mit welchen im Verlauf des andauernden Klimawandels zu rechnen ist.» In Europa gehöre die Walnussfruchtfliege zu den Quarantäneorganismen. Aufgrund der weiten Verbreitung der Fruchtfliege und wegen der geringen wirtschaftlichen Bedeutung des Walnussanbaus in der Schweiz sei die Melde- und Bekämpfungspflicht aufgehoben worden: «Für Jungpflanzenbetriebe sind Massnahmen betreffend Walnussfruchtliege zurzeit in Diskussion.»

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