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Dienstag ‎6. ‎Dezember ‎2011
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Konstant gute Leistungen der Berner Schüler

In Lesen und Naturwissenschaften erbringen die Berner Schüler der neunten Klasse gute, in Mathematik gar sehr gute Leistungen. Dies zeigen die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsuntersuchungen PISA 2009 für den Kanton Bern.

kkb/bns. Im Vergleich zum Jahr 2000 blieben laut einer Medienmitteilung die Leistungen im Kanton Bern in allen drei Fächern mehrheitlich stabil: «Auffallend ist, dass Mädchen deutlich mehr und besser lesen als Knaben und der soziale Hintergrund die Lesekompetenzen stark beeinflusst.» In der Langzeitbeobachtung gebe es im Kanton Bern grundsätzlich gute Nachrichten: Bern liege mit einer Ausnahme im gesamtschweizerischen Durchschnitt oder gar leicht darüber. Mit 502 Punkten lägen die Neuntklässler im deutschsprachigen Kantonsteil beim Lesen gleichauf mit dem schweizerischen Durchschnitt. Bei den Naturwissenschaften hätten sie gute 525 Punkte (Schweiz 517) und in der Mathematik sogar sehr gute 539 Punkte (Schweiz 536) erzielt: «Nur wenige Kantone schneiden statistisch signifikant besser ab.»

Die Schüler im französischsprachigen Kantonsteil zeigten laut der Medienmitteilung im Lesen mit 495 Punkten und in der Mathematik (531) Ergebnisse nahe beim gesamtschweizerischen Durchschnitt. Mit 497 Punkten seien die gemessenen Leistungen in den Naturwissenschaften zwar noch gut, lägen aber statistisch signifikant unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Neben den durchschnittlichen Leistungen interessiere vor allem der Anteil besonders leistungsschwacher Schüler, verlautet im weiteren. Diese Gruppe werde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als Risikogruppe bezeichnet: «Ihr Anteil liegt im Kanton Bern bei allen drei Kompetenzen mit 10 bis 15 Prozent nahe beim gesamtschweizerischen Durchschnitt. Bei den Lesekompetenzen wurde im deutschsprachigen Kantonsteil ein Rückgang der besonders schwachen Schülergruppe im Vergleich zu PISA 2000 festgestellt.» Umgekehrt zeige sich in Mathematik ein signifikanter Anstieg der besonders leistungsstarken Schüler: «Die Zahl der Schüler, die eines der beiden höchsten Kompetenzniveaus erreichen, ist im deutschsprachigen Kantonsteil seit PISA 2000 um 5,3 auf 25 Prozent gestiegen.»

Berner Mädchen lesen besser
Beim Lesen liegen laut der Medienmitteilung die Mädchen deutlich vor den Knaben: «Besonders gross ist der Geschlechterunterschied im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern: Ein grosser Teil dieser Differenz ist damit zu erklären, dass Mädchen in der Freizeit lieber und öfter lesen und zudem besser wissen, welche Lernstrategien sie beim Lesen einsetzen können.»

Ein grosser Leistungsunterschied beim Lesen zeige sich im deutschsprachigen Kanton Bern weiterhin zwischen muttersprachlichen, einheimischen Jugendlichen und fremdsprachigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In PISA 2000 habe der Unterschied in den Leseleistungen 113 Punkte betragen. Seither habe sich die Differenz zwar auf 60 Punkte reduziert, der Unterschied bleibeaber gross. Der Rückgang sei dennoch als sehr positive Veränderung zu werten.

In der Schweiz bestehe ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Lesekompetenz. Auch im Kanton Bern betrage die Leistungsdifferenz zwischen Jugendlichen aus Familien mit günstiger und solchen mit ungünstiger sozialer Herkunft hohe 70 bis 80 Punkte auf der PISA-Skala: «Die essentielle Bedeutung der Lesekompetenz für die gesamte Bildungslaufbahn legt als Gegenmassnahme eine frühe und umfassende Leseförderung nahe, die auch die Knaben sowie Kinder und Jugendliche aus niedrigeren sozialen Schichten erreicht.»

Keine Leistungsunterschiede zwischen den Schulmodellen
Die Frage ob es bei den Schülern auf der Sekundarstufe I Leistungsunterschiede je nach besuchtem Schulmodell gebe, habe nur eingeschränkt untersucht werden können: «Es zeigten sich aber keine nennenswerten Leistungsunterschiede zwischen dem separativen und dem kooperativen Schulmodell im deutschsprachigen Kantonsteil.» Damit würden frühere gleichlautende Befunde bekräftigt. Schulstrukturelle Fragen träten somit in den Hintergrund. Weniger Chancengleichheit zeige sich beim Übertritt in den gymnasialen Unterricht: Hier hätten sowohl das Geschlecht als auch die soziale Herkunft einen grossen Einfluss: «Diese Ungleichverteilung der Bildungschancen bedeutet, dass zahlreiche kompetente Jugendliche ihr Leistungspotential nicht voll ausschöpfen können.»


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