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Dienstag 1. Februar 2011
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Mehr als hundert Kinder und Pflegebefohlene missbraucht

Ein durch die Kantonspolizei Bern Anfang April an seinem Wohnort im Berner Oberland festgenommener 54jähriger Sozialtherapeuten hat gestanden, in den vergangenen 29 Jahren in verschiedenen Heimen und Behinderteninstitutionen sexuelle Handlungen an 114 Kindern und Pflegebefohlenen begangen zu haben.

pkb/bns. Bisher wurden laut einer Medienmitteilung durch die Kantonspolizei Bern insgesamt 122 Opfer identifiziert. Das Verfahren gegen den 54jährigen Sozialtherapeuten war nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und der Kantonspolizei Ende März 2010 im Kanton Aargau ausgelöst worden: «Zwei männliche Bewohner eines Behindertenheims erzählten ihren Eltern, dass sie mit einem Betreuer sexuelle Kontakte hatten. Die Eltern wandten sich an die Heimleitung, welche daraufhin die Polizei informierte.» Nach ersten Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht gegen den Mann. Er wurde Anfang April durch die Kantonspolizei Bern an seinem Wohnort im Berner Oberland festgenommen.» Bei den Einvernahmen durch die Kantonspolizei Aargau habe er zugegeben, an den beiden geistig behinderten Heimbewohnern mehrfach sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben.

Der Mann machte nach Angaben der Untersuchungsbehörden im Verlauf der Einvernahmen Angaben über weitere ähnliche Übergriffe, die er insbesondere als Betreuer an verschiedenen Heimen aber auch zuvor begangen habe: «Aufgrund seiner Aussagen wurde das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland übernommen. Diese leitete eine Untersuchung unter anderem wegen sexueller Handlungen mit Kindern, Abhängigen und Anstaltspfleglingen sowie wegen Schändung ein. Mit den Ermittlungen wurde die Kantonspolizei Bern beauftragt.»

Mehr als 50 Mal zur Sache befragt
Der Beschuldigte, welcher sich selber als pädophil bezeichnet, sei seither durch die Kantonspolizei Bern mehr als 50 Mal zur Sache befragt worden: «Er zeigte sich kooperativ. Bis heute hat er den Missbrauch von 114 Opfern gestanden, in weiteren acht Fällen sei es beim Versuch geblieben. Einige der Übergriffe ereigneten sich bereits vor seiner ersten Anstellung in einem Heim. Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um geistig und körperlich teils schwerstbehinderte junge Männer, aber auch Frauen.» Mehrere Fälle beträfen zudem Kinder, darunter solche von Heimangestellten. Das jüngste Opfer sei ein zur Tatzeit einjähriges Kind. Der grösste Teil der Fälle sei verjährt, gemäss geltender Gesetzgebung würden 33 Fälle strafrechtlich verfolgt werden können.

Die sexuellen Übergriffe fanden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und der Kantonspolizei mehrheitlich in den Heimen statt, etwa während der Nachtwache oder bei der Intimpflege: «Der Mann betastete seine Opfer an den Geschlechtsteilen, es kam zu Oralverkehr und analem Missbrauch. Nicht selten
wurden eines oder mehrere Opfer mehrmals am gleichen Tag misshandelt.» Der Mann sei dabei gezielt vorgegangen, damit die Übergriffe nicht bemerkt würden, so habe er oft Ersatzwäsche bei sich gehabt: «18 Fälle wurden von ihm durch Foto- oder Videoaufnahmen festgehalten. Gemäss aktuellem Stand der Ermittlungen seien diese aber nicht im Internet in Umlauf gebracht worden.

Der Beschuldigte war laut der Medienmitteilung seit dem Jahr 1982 in neun Heimen als Betreuer angestellt, die Mehrheit davon im Kanton Bern: «Zudem sind neben dem erwähnten Heim im Kanton Aargau auch zwei Heime im Kanton Appenzell Ausserrhoden, betroffen. An all diesen kam es zu Übergriffen. Betroffen ist auch ein Heim in Deutschland.»

Keine Vorstrafen wegen Sexualdelikten
Gegen den Mann lägen keine Vorstrafen wegen Sexualdelikten vor, verlautet im weiteren: «Im Jahr 2003 wurde gegen den heute Beschuldigten ermittelt. Ausgangspunkt war damals ein Strafverfahren wegen sexuellem Missbrauch gegen einen anderen Betreuer, welcher im gleichen Heim wie der Beschuldigte arbeitete. Ein 13jähriges Mädchen, dessen Kommunikation auf Grund seiner schweren geistigen Behinderung stark eingeschränktist, hatte erklärt, es hätten auch Übergriffe durch den heute Beschuldigten stattgefunden.» Fachleute hätten aber darauf hingewiesen, dass die Authentizität dieser Aussagen in Zweifel gezogen werden müsse: «Es war damals davon auszugehen, dass sich die Aussagen des Opfers auf die erwiesenen Übergriffe des anderen Betreuers bezogen, welcher später zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist.» Trotz umfangreicher Ermittlungen habe schliesslich der Verdacht gegen den heute Beschuldigten nicht erhärtet werden können: «Das Untersuchungsrichteramt Bern-Mittelland verfügte damals deshalb mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft gestützt auf die Ermittlungsergebnisse, dass keine Strafverfolgung gegen den heute Beschuldigten eröffnet wird.» Aufgrund der neuen Erkenntnisse werde in diesem Fall natürlich erneut ermittelt.

Opfer werden persönlich kontaktiert
Aufgrund der Befragungen des Mannes seien Mitte Januar im Rahmen der
Ermittlungen die betroffenen Heime kontaktiert worden: «Es ging dabei insbesondere darum, die Opfer respektive deren gesetzlichen Vertreter zu ermitteln. «Auf Grund der grossen Anzahl der Betroffenen wurde eine Sonderkommission eingesetzt. Seit Dienstag 1. Februar 2011, werden die Opfer respektive deren gesetzliche Vertreter von der Polizei persönlich kontaktiert.» Dazu seien mehr als 30 Fahnderteams gebildet worden: «Sie haben seither die rund 31 Opfer deren Missbrauch strafrechtlich noch verfolgt werden kann beziehungsweise deren gesetzlichen Vertreter kontaktiert. Die übrigen Opfer werden raschmöglichst in den kommenden Tagen kontaktiert. Zur Stunde befassen sich insgesamt rund hundert Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden mit dem Fall.»

Hotline eingerichtet
Auf Grund der grossen Zahl von Opfern hat laut der Medienmitteilung die Kantonspolizei Bern eine Hotline eingerichtet. Betroffene können sich werktags von 7.30 bis 19.00 Uhr unter der Nummer 031 634 34 34 bei der Polizei melden. «Auch das Care Team des Kantons Bern wurde aufgeboten, um die Unterstützung von Betroffenen zu gewährleisten.» Zurzeit müsse davon ausgegangen werden, dass die Ermittlungen noch mehrere Monate andauern. Geprüft werde dabei auch, ob es bereits früher Hinweise auf die Übergriffe in den Heimen gegeben habe.

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