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Martinzentrum Thun: Vier Kündigungen bleiben

Die Kündigungen seitens der Betriebsleiterin, der Leiterin Betreuung und Pflege sowie zweier Teamleiterinnen im Martinzentrum der Wohnen im Alter AG (WIA) in Thun werden nicht rückgängig gemacht. Alle vier Kündigungen bleiben aufrecht, die vier Stellen sollen in nächster Zeit zur Neubesetzung ausgeschrieben werden.

pd/bns. «Trotz Entgegenkommen des Verwaltungsrates» ist laut einer Medienmitteilung kein Konsens erzielt worden: «An eine konstruktive, loyale und auf gegenseitigem Vertrauen basierende weitere Zusammenarbeit mit der in Kündigung stehenden Betriebsleiterin des Martinzentrums ist nicht mehr zu denken.» Der Betrieb im Martinzentrum sei gesichert, die Leitung habe bis auf weiteres Martin B. Ludwig inne, seit 29. Januar 2011 Führungsbegleiter für das Kader im Martinzentrum. WIA-Verwaltungsratspräsident René Bützer bleibe Geschäftsführer ad interim bis der 53jährige Betriebsökonom Peider Nicolai im Sommer die Geschäfte als Nachfolger von Thomas Stettler übernehme.

Die Stiftung Wohnen im Alter Thun und die Betriebsgesellschaft Wohnen im Alter AG hätten turbulente Tage hinter sich, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Im Martinzentrum, einem von fünf Seniorenzentren, das durch die Aktiengesellschaft betrieben wird, kam es zu Misstönen.» Die Betriebsleiterin und drei Kadermitarbeiterinnen hätten ihre Kündigungen einreichten: «Sie kritisierten das Führungsverständnis der Geschäftsleitung und die Betriebsleiterin weigerte sich auch nach mehrmaligen Kompromissversuchen seitens des Verwaltungsrats, die Jahresziele 2011 zu unterzeichnen. Eine Petition, die von 60 Mitarbeitern sowie rund 60 Heimbewohnern unterzeichnet wurde, erhöhte zudem den Druck auf den Verwaltungsrat mit der Forderung, die Kündigungen seien rückgängig zu machen.»

Ein von Ombudsman Andrea Lanz Müller geleiteter «runder Tisch» sei hart und sachlich verlaufen, geht aus der Medienmitteilung im weiteren hervor: Im Verlauf der Diskussion sei klar geworden: «An eine konstruktive, loyale und auf gegenseitigem Vertrauen basierende weitere Zusammenarbeit mit der in Kündigung stehenden Betriebsleiterin des Martinzentrums ist nicht mehr zu denken.» Aus Sicht des WIA-Verwaltungsrates lobbyierte sie gegen die Unternehmensleitung, indem sie in einem Schreiben an die Belegschaft die WIA-Unternehmensleitung harsch kritisiert habe: «Sie hat auch die in der Geschäftsleitung, unter Einbezug der Meinungen sämtlicher Betriebsleiterinnen, beschlossene Umsetzung der Zielvorgaben als einzige nicht getragen.» Laut Verwaltungsratspräsident René Bützer sei der Betriebsleiterin unzählige Gesprächsmöglichkeiten gewährt worden und sie sei am Schluss mit einem von ihr vorgeschlagenen Kompromiss sogar einverstanden gewesen. Diesen habe sie danach aber selber wieder zurückgezogen. Nach insgesamt nahezu 30 Stunden Gespräche lag laut der Medienmitteilung immer noch keine Lösung auf dem Tisch: «Mit ihrem unloyalen Auftreten und inakzeptablen Verhalten in Bezug auf die von Geschäftsführer und übrigen Betriebsleiterinnen einvernehmlich verabschiedeten Umsetzungsmassnahmen zu den Zielvorgaben hat sie dem Unternehmen grossen Schaden zugefügt.»

Die Betriebsleiterin, die in den Ferien weile und der die Ausspracheergebnisse schriftlich mitgeteilt würden, bleibe freigestellt und werde nicht mehr ins Martinzentrum zurückkehren, verlautet im weiteren. Eine entsprechende Aufhebungsvereinbarung sei von der Betriebsleiterin bereits am 4. Februar 2011 unterzeichnet worden: «Im Verlauf der Aussprache wurde dann zusätzlich klar, dass die drei Mitarbeiterinnen nicht bereit sind, ihre Kündigungen zurückzuziehen und über einen Verbleib im Martinzentrum zu diskutieren.»

«Kein Konsens gefunden»
Während der Gesprächsrunde gab es laut der Medienmitteilung seitens des Verwaltungsrates mehrmals Bereitschaft, geforderte Strukturen und Prozesse anzupassen: «Bei drei von vier Anliegen der Mitarbeiterinnen wäre der Verwaltungsrat den drei Mitarbeiterinnen entgegenkommen. Bezüglich eines vierten Anliegens – Rückkehr der Betriebsleiterin Martinzentrum – habe aber kein Konsens gefunden werden können. «Da die Vertrauensbasis mit der Betriebsleiterin Martinzentrum für den Verwaltungsrat nicht mehr gegeben ist, als dass eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit dem nötigen Vertrauen möglich gewesen wäre, kann der Vertrag mit ihr definitiv nicht weitergeführt werden», begründe der Verwaltungsrat seinen Entscheid: «Damit bleiben alle vier Kündigungen aufrecht, die vier Stellen werden in nächster Zeit zur Neubesetzung ausgeschrieben. Die drei Kadermitarbeiterinnen hätten sich aber trotz der Nichteinigung dazu bekannt, sich bis zu ihren Austritten im Interesse des Gesamtunternehmens voll und ganz um das Wohl der Bewohner kümmern und sorgen zu wollen. Der WIA-Verwaltungsrat mache keinen Hehl daraus und sei sich «durchaus bewusst, dass in den WIA-Unternehmensstrukturen Optimierungspotenzial vorhanden ist». Um künftig ähnliche Situationen zu vermeiden, gelte für die Zukunft: «Komplexe Themen sollen mit den Linienvorgesetzten gemeinsam diskutiert werden, damit in einem geordneten Prozess Lösungen gefunden werden können. In Projektgruppen sollen Lösungsvorschläge ausgearbeitet werden, die der Geschäftsleitung anschliessend als Entscheidungsgrundlage dienen. Wichtig ist, dass künftig alle Kader und Mitarbeiter sich nach dem Unternehmensleitbild orientieren.»

Das Martinzentrum werde bis auf weiteres von Martin B. Ludwig geführt: «Der diplomierte Betriebsökonom bringt langjährige Erfahrung in der Führung von Langzeitpflege-Institutionen mit und ist dem WIA-Verwaltungsrat direkt unterstellt.» Alle anderen WIA-Betriebsleiterinnen von Sonnmatt, Falken, Untere Mühle Steffisburg und Hohmadpark hätten am ‹runden Tisch› versichert, sich voll und ganz mit dem Unternehmen identifizieren zu können und hinter der Führung zu stehen.

«Veloständerprobleme»
Dass die Öffentlichkeit in den letzten Tagen das Gefühl habe vermittelt bekommen, bei WIA könne ohne Geschäftsleitungsentscheid beziehungsweise ohne Stiftungs- oder Verwaltungsratsbeschluss nicht einmal mehr eine Thermoskanne oder ein Stahlnagel beschaffen werden, sind laut René Bützer «Veloständerprobleme» und «mehr als unglücklich». Dieser Eindruck sei falsch, da seien effektiv gewisse Ablaufweisungen fehlinterpretiert worden: Wo in der Medienmitteilung nicht konkret genannte Anpassungen nötig waren, sei korrigiert worden.

«Der WIA-Umsatz betrug laut der Medienmitteilung letztes Jahr 27 Millionen Franken, bei gleicher Ausgabenhöhe». Das bedeutet: «385 Angestellte arbeiten für eine schwarze Null, ohne dabei Reserven für die Immobilien der Stiftung bilden zu können.» Stiftungsratspräsident Heinz Aebersold: «Als verantwortungsbewusste Organisation, welche sich mit der Umsetzung der neuen Pflegefinanzierung befasst, besteht so die Gefahr, mittelfristig Liegenschaften nicht mehr unterhalten zu können.» Die Pensionskasse der Stadt Thun koste WIA viel Geld, die Fehlbeträge seien enorm: «Bei 117 Prozent Ausfinanzierung seien es in den letzten drei Jahren über zwei Millionen Franken gewesen: «Die Wohnen im Alter AG kann somit nur über den von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion vorgegebenen Richtstellenplan ihre Kosten kontrollieren».

«Betrieb sichergestellt»
Für die WIA-Verantwortlichen stehe die Pflege und Betreuung im Mittelpunkt aller Anstrengungen. Im Martinzentrum sei der Betrieb weiterhin ohne Einschränkung sichergestellt: «Die WIA-Verantwortlichen hoffen, dass nun wieder Ruhe einkehrt, um sich mit ganzer Kraft wieder auf den Auftrag zu konzentrieren. Der Verwaltungsrat der Wohnen im Alter AG ist für vier Jahre gewählt. Im Juni 2011 stehen Gesamterneuerungswahlen auf dem Programm. Präsident René Bützer und die Mitglieder Daniel Iseli und Heinz Theilkäs entscheiden bis zur Meldefrist im Frühjahr, ob sie nochmals kandidieren.»

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