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Dienstag ‎3. ‎Januar ‎2012
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Das Braune Langohr ist Tier des Jahres 2012

Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat das Braune Langohr (Plecotus auritus) zum Tier des Jahres 2012 gewählt. Der Flugakrobat ist in der Schweiz gefährdet, wie fast alle der rund 30 einheimischen Fledermausarten.

Das Braune Langohr im Flug. (Bild zvg)

pd/bns. Vor allem aufgeräumte Wälder und «herausgeputzte» Landschaften machen laut einer Medienmitteilung den Fledermäusen zu schaffen. Pro Natura mache mit ihrer Wahl des «fliegenden Hasen» zum Tier des Jahres 2012 auf den schlechten Zustand der Biodiversität in der Schweiz aufmerksam. «Batman» sei zurück: «Ein stiller Held der Nacht, der Gutes tut und sich tagsüber unscheinbar macht. Das Tier des Jahres 2012 übernimmt mit seiner nächtlichen Jagd nach Insekten, vor allem Nachtfaltern, wichtige ökologische Funktionen.» Das Braune Langohr sei eine von rund 30 einheimischen Fledermausarten, die fast alle gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Vom Fledermausvorkommen könne der Zustand der Biodiversität abgeleitet werden: «Der Vielfalt von Ökosystemen, der Tier- und Pflanzenarten und ihrer genetischen Breite geht es in der Schweiz schlecht. Pro Natura wirbt mit der Wahl des Braunen Langohrs für vielfältigere und vernetztere Landschaften und naturnahe Wälder; wichtige Bestandteile unserer Lebensgrundlagen.»

Saubere Landschaften gefährden das Braune Langohr
Um zu überleben seien die fliegenden Säugetiere auf abwechslungsreiche und miteinander vernetzte Landschaften angewiesen, verlautet im weiteren: «Strukturen wie Hecken oder Baumalleen funktionieren als Wegweiser auf den immer gleichen Flugbahnen zwischen Tagesquartier und Jagdgebiet im Wald. Den Weg findet das Braune Langohr wie alle Fledermäuse mit seiner ausgeklügelten Ultraschall-Echoortung. Seine Rufe prallen auf diese so genannten Leitstrukturen. Das zurückgeworfene Echo wird von den riesigen Ohren aufgefangen und weist ihm den Weg.» Es entstehe ein präzises «Hörbild». Urs Tester, Artenschutzexperte bei Pro Natura: «In unseren stark herausgeputzten und auf Effizienz getrimmten Landschaften verhallen die Rufe des Braunen Langohrs immer mehr im Nichts. Eine Landschaft ohne Bäume, Sträucher oder Hecken ist für das Braune Langohr, was für einen Menschen eine Wüste ist: leer und bedrohlich. Es fehlen die Orientierungspunkte.»

Für natürlichere Wälder
Das Braune Langohr lebe und jage vorwiegend in Laub- und Mischwäldern. Es gelte als Waldfledermaus, die in alten Bäumen, oft aber auch in Dachstöcken von Häusern ihr Tagesquartier aufschlage. Baumhöhlen könnten verlassene Spechtlöcher, Ritzen in der Rinde oder Spalten in den Stämmen sein. In der Schweiz würden die Wälder intensiv genutzt. Das bedeute, Bäume würden in der Regel schneller geschlagen, als sie ihre Alterserscheinungen wie Baumhöhlen entwickelten. So fehlten dem Braunen Langohr wichtige Wohnungen. Fledermaus-Lebensraum gehe verloren: «Der ideale Fledermauswald hat sowohl geschlossene als auch lichtere Waldabschnitte, Laub- und Mischwaldbestände, junge und alte Bäume. Durchmischte Wälder mit alten und abgestorbenen Bäumen bieten Fledermäusen auch mehr Nahrung. Sie sind reicher an Insekten.»

Pro Natura hilft den «flatternden Mäusen»
Pro Natura setzt sich laut der Medienmitteilung dafür ein, «dass mehr Waldreservate mit Vorrang für die Natur geschaffen werden und dass in genutzten Wäldern Alt- und stehende Totholzinseln erhalten bleiben, in denen das Tier des Jahres und andere Tier- und Pflanzenarten idealen Lebensraum finden». Pro Natura tue dies auch mit eigenen Projekten beispielsweise im Kanton Solothurn. Im Kanton Schaffhausen würden die Flugbahnen des Braunen Langohrs untersucht, damit die wichtigsten «Flugwegweiser» erhalten und gefördert werden könnten. Auch auf der politischen Bühne setze sich Pro Natura für das Braune Langohr ein: Waldpolitik, Landwirtschaft und die Strategie Biodiversität Schweiz. Alles Bereiche, in denen sich die Politik im Jahr 2012 für den Schutz der Fledermäuse und anderer Arten einsetzen könne.

Fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren
Sie seien weder Vogel noch Maus: «Fledermäuse zählen zur Ordnung der Chiroptera, also der ‹Handflügler›. Diese hätten als einzige Säugetiere die Fähigkeit zum aktiven Flug entwickelt. Das Braune Langohr gelte als wahrer Flugakrobat: «Mit 24 Zentimeter Flügelspannweite, fünf Zentimetern Körperlänge und gerade mal fünf bis zwölf Gramm Gewicht kann das Tier des Jahres Loopings und Pirouetten vollbringen.» Zu seinen Spezialitäten zähle der «Rüttelflug»: Das Braune Langohr könne in der Luft wie ein Turmfalke an Ort und Stelle verharren und dabei Insekten von Bäumen und Sträuchern ablesen.

Ohr- und Hörweltmeister
Langohren beherrschten nebst der Echoortung ein zusätzliches Kunststück: Sie orteten ihre Beute anhand von Krabbelgeräuschen. Ihren riesigen Ohren entgehe auch nicht das leiseste Rascheln. Kein Wunder: «Kein Lebewesen hat im Verhältnis zu seinem Körper längere Ohren als die Langohren. Das Braune Langohr frisst hauptsächlich Nachtfalter. Auf dem Menüplan stehen aber auch weiche Käfer, Schnaken, Raupen und Spinnen.» In der Schweiz sei das Braune Langohr vom Flachland bis in die Bergregionen verbreitet und geschützt wie alle rund 30 einheimischen Fledermäuse.

Im Winter bitte nicht stören
Im Winter schliefen Fledermäuse, heisst es in der Medienmitteilung: «Dafür ziehen sie sich meist in Höhlen, Felsspalten, Tunnels, Keller mit Naturböden oder Baumhöhlen zurück. Dabei reduzieren sie ihre Körperfunktionen auf ein Minimum, um Energie zu sparen.» So könnten zwischen zwei Atemzügen bis zu 90 Minuten verstreichen. Auch im Winter könnten Fledermäuse ihr Quartier wechseln, wenn es zu warm oder zu kalt sei. Hingegen benötige eine einstündige Wachphase die Energie von rund elf Tagen Winterschlaf: «Daher sollten schlafende Fledermäuse nicht gestört werden.»


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