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Grimsel: Bundesrat genehmigt Schutz- und Nutzungsplanung

Der Bundesrat hat am Freitag 9. März 2012 die Schutz- und Nutzungsplanung für die Aare und ihre Zuflüsse genehmigt. Das entsprechende Gesuch war vom Kanton Bern im Rahmen des Projekts zur Vergrösserung des Grimselstausees eingereicht worden.

pd/bns. Die Schutz- und Nutzungsplanung regelt laut einer Medienmitteilung nur die Frage der Restwassermengen und der Ausgleichsmassnahmen aufgrund der erhöhten Wasserentnahme. Sie sei eine unverzichtbare Voraussetzung für die Erteilung einer neuen Konzession an die Kraftwerke Oberhasli AG als Betreiber des Stausees: «Seit dem Jahr 1992 schreibt das Gewässerschutzgesetz vor, dass unterhalb von Wasserentnahmen eine Mindestrestwassermenge in Flüssen verbleiben muss, die die Erhaltung der natürlichen Funktionen des Gewässers (zum Beispiel Lebensraum für Flora und Fauna, Strukturierung der Landschaft oder Speisung des Grundwassers) gewährleistet.»

In gewissen Fällen könnten Restwassermengen festgelegt werden, die das gesetzliche Minimum unterschreiten. Bedingung dafür sei jedoch, dass geeignete Ausgleichsmassnahmen getroffen werden. In diesem Fall seien das Ausmass der Mehrnutzung sowie die vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen in einer Schutz- und Nutzungsplanung festzuhalten: «Diese Planung, die vom Bundesrat genehmigt werden muss, regelt lediglich die Restwassermengen sowie die notwendigen Ausgleichsmassnahmen in den betroffenen Oberflächengewässer.»

Mehrnutzung und Ausgleichsmassnahmen
Die Schutz- und Nutzungsplanung für die Aare und ihre Zuflüsse sehe eine Mehrnutzung bei vier Gewässern oberhalb der Grimselstaumauer vor (Oberaar-, Bächli-, Gruben- Gelmerbach), verlautet im weiteren. Die gesamte Wassermenge werde aus diesen Gewässern entnommen: «Es handelt sich dabei um kleinere, hochgelegene Nichtfischgewässer mit grossem Gefälle, deren ökologische Bedeutung gering ist.» Ausserdem werde auf die Festlegung eines Restwasserabflusses für die Aare unterhalb der Grimselstaumauer verzichtet. Dieser Abschnitt werde jedoch nicht trockengelegt, da aus dem Seiteneinzugsgebiet Wasser zufliesse.

Die Ausgleichsmassnahmen für diese Mehrnutzung sind laut der Medienmitteilung überwiegend im nahegelegenen Gadmental, einem zum Susten führenden Hochtal, geplant. Dort werde die Dotation von zwei Bächen im oberen Talbereich erhöht. Flussabwärts soll im Raum Obermad eine ausgedehnte dynamische Auenlandschaft neu geschaffen werden. Zudem sollen der heute kanalisierte Schwarzbrunnengrabenbach sowie der unterste Abschnitt des Steinwassers renaturiert werden. «Eine weitere Aue (Hopflauenen) wird ökologisch aufgewertet. Als zusätzliche Massnahmen sind eine Aufwertung der Aare unterhalb der Aareschlucht und ein Verzicht auf die Nutzung der Fassung Mattenalp im benachbarten Urbachtal durch die Kraftwerke vorgesehen.»

«Übereinkunft mit Modellcharakter»
Dank der Übereinkunft werden laut Medienmitteilung die Kraftwerke mehr Strom erzeugen können als ohne diese Schutz- und Nutzungsplanung: «Die Ausgleichsmassnahmen werden ihrerseits dazu beitragen, die Umweltqualität in den Bereichen Wasser und Biodiversität zu verbessern. Für das Bundesamt für Umwelt, das mit der Prüfung der Schutz- und Nutzungsplanung betraut war, handelt es sich bei diesem Projekt um eine Übereinkunft mit Modellcharakter, die mit allen betroffenen Parteien erarbeitet worden ist.»

Zwei weitere Grossprojekte
Parallel zur Vergrösserung des Grimselstausees trieben die Kraftwerke Oberhasli AG zwei weitere Grossprojekte voran: «Bei beiden geht es darum, die Stromproduktion aus Wasserkraft im Grimselgebiet flexibler zu gestalten und zu steigern und gleichzeitig die negativen Umweltauswirkungen dieser Art der Stromerzeugung zu vermindern.» Dabei handle es sich zum einen um das Pumpspeicherwerk Grimsel 3 zwischen dem Oberaarsee und dem Räterichsbodensee und zum andern um die Aufwertung der Kraftwerke Innertkirchen und Handeck in Verbindung mit dem Bau von Ausgleichsbecken bei Innertkirchen, mit denen die plötzlichen Wasserstandsschwankungen der Aare vermindert werden sollen. Für die Bewilligung der drei genannten Vorhaben ist der Kanton Bern zuständig. Die Konzessionsverfahren für die drei Projekte seienim Gang: «Die entsprechenden Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden durchgeführt.»

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