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Kriminalstatistik 2011 im Kanton: Interlaken an der Spitze

Eine aussergewöhnlich hohe Anzahl Delikte pro 1000 Einwohner in Interlaken lässt sich laut Kriminalstatistik 2011 in erster Linie mit der Rolle als Tourismusdestination und der sehr guten verkehrstechnischen Einbettung erklären.

pd/bns. Die Zahl der Delikte kann laut einer Medienmitteilung in Relation zur Einwohnerzahl einer Gemeinde gestellt werden: Bezieht man die Zahl der registrierten Straftaten auf 1000 Einwohner, müssen im Kanton Bern wie bereits im Vorjahr insbesondere die Orte Bern (Wert 172), Biel (164,4) und Nidau (115,0) sowie Interlaken (244,4) erwähnt werden. Währen die hohe Rate in Bern und Biel beziehungsweise Nidau durch die Zentrumsfunktion respektive Agglomerationssituation begründet sein dürfte, lässt sich die hohe Anzahl Delikte pro 1000 Einwohner in Interlaken in erster Linie mit der Rolle als Tourismusdestination und der sehr guten verkehrstechnischen Einbettung erklären. Die Aussagekraft der Häufigkeitszahl wird dadurch beeinträchtigt, dass nur ein Teil der begangenen Straftaten der Polizei bekannt wird und dass sämtliche nicht angemeldeten Personen wie Durchreisende, Touristen und Besucher in der Bevölkerungszahl nicht erfasst sind.

Anzahl der Straftaten in einigen Gemeinden stark angestiegen
Einige Gemeinden haben gemäss der Statistik im Vorjahresvergleich einen beträchtlichen Anstieg der Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch aufzuweisen. Im wesentlichen sind auch diese Anstiege auf die – in diesen Gemeinden noch deutlichere Zunahme – bei Vermögensdelikten zurückzuführen. In den meisten Fällen gilt es jedoch die effektive Zahl der Straftaten sowie die jährlichen Schwankungen zu berücksichtigen. Der prozentuale Anstieg ist vor diesem Hintergrund zu relativieren.

Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote stellt sich in den verschiedenen Teilbereichen jeweils sehr unterschiedlich dar. Die wesentlichsten Gründe hierfür liegen einerseits in der polizeilichen Schwerpunktsetzung und andererseits in den besonderen Charakteristika der jeweiligen Deliktstypen. Hoch ist die Aufklärungsquote bei den Straftaten gegen Leib und Leben mit 85 Prozent oder die sexuelle Integrität mit 82 Prozent, dies auch deshalb, weil das Opfer die beschuldigte Person oftmals kennt.

Die Aufklärungsquote von 15 Prozent bei den Vermögensstraftaten wird stark durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Vermögensstraftaten bilden mit 76 Prozent die grösste Gruppe aller Straftaten (49 228) und die Ermittlungen in den verschiedenen Deliktsbereichen gestalten sich naturgemäss schwierig. So können beispielsweise die Urheber von Beschädigungen wie Sprayereien oft nur mit sehr viel Aufwand ermittelt werden. Noch komplexer und aufwändiger gestalten sich insbesondere die Ermittlungen gegen international und hochmobil operierende Einbrecherbanden. Die Gesamtaufklärungsquote der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch von 26 Prozent wird massgeblich durch diese Umstände beeinflusst. Erwartungsgemäss fallen die Aufklärungsquoten bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Ausländergesetz mit 98 beziehungsweise 99 Prozent wiederum hoch aus, ist die Entdeckung und Registrierung dieser Straftaten doch weitgehend an die Kontrolltätigkeit der Polizei gekoppelt.

Aufklärungsquote und Qualität der Polizeiarbeit
Die Aufklärungsquoten sind in den verschiedenen Teilbereichen sehr unterschiedlich. Dies hängt einerseits mit der Schwerpunktsetzung der polizeilichen Tätigkeit zusammen und steht anderseits mit den Umständen der Straftaten in Verbindung. Die Aufklärungsquote bei den Straftaten gegen Leib und Leben oder die sexuelle Integrität ist beispielsweise vergleichsweise hoch. Dies auch, weil das Opfer die beschuldigte Person meist kennt. Bei den Vermögensstraftaten wird die Aufklärungsquote dagegen stark durch die Diebstähle und Sachbeschädigungen beeinflusst. Deren hohe Zahl hat zur Folge, dass die Aufklärungsquote der Vermögensdelikte auch insgesamt tief ist. Dagegen fällt die Quote bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz oder das Ausländergesetz ebenfalls vergleichsweise hoch aus. Dies hängt damit zusammen, dass die Entdeckung und damit die Registrierung dieser Straftaten weitgehend an die Kontrolltätigkeit der Polizei gekoppelt sind. Es gilt zudem festzuhalten, dass auch Fälle aus früheren Jahren aufgeklärt wurden. Diese fallen aus der Statistik und sind nicht nachvollziehbar. Die auf eine bestimmte Zeitperiode bezogene Aufklärungsquote hat also nur eine relative Bedeutung.

Um wen handelt es sich bei den Beschuldigten?
Für den Kanton Bern zeigt sich, dass Männer zwischen 18 und 30 Jahren besonders häufig polizeilich auffallen. Bemerkenswert ist der deutliche Rückgang der Anzahl jugendlicher Beschuldigter im Vergleich zum Vorjahr: Bei den männlichen 10 bis 14jährigen reduzierte sich die Zahl von 405 auf 302 (25 Prozent ) und bei den 15 bis 17jährigen von 774 (2010) auf 567 (27 Prozent). Bei den weiblichen Jugendlichen ist der Rückgang noch stärker (39 Prozent bei den 10- bis 14jährigen und 30 Prozent bei den 15- bis 17ährigen). Knapp zehn Prozent der Beschuldigten wurden im vergangenen Jahr wegen mindestens fünf Straftaten verzeigt, wobei dieser Anteil bei den Minderjährigen und Erwachsenen praktisch gleich ist.

Beschuldigte ohne Schweizer Staatszugehörigkeit werden nach ihrem rechtlichen Aufenthaltsstatus unterschieden. Eine differenzierte Betrachtung nach jeweiligem Gesetz oder sogar Straftatbestand ist dabei wichtig. Der Anteil der ausländischen Beschuldigten bleibt im Bereich des Strafgesetzbuches mit rund 40 Prozent im Rahmen der Vorjahre.

Fall, Straftat und beschuldigte Person
Unter einem Fall wird die Gesamtheit aller Straftaten verstanden, die innerhalb einer Anzeige oder eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens registriert werden. Eine Handlung wird gemäss Definition des Bundesamts für Statistik als eine oder auch mehrere Straftaten registriert, wenn sie gegen einen oder mehrere Gesetzesartikel verstösst. Der Handlungsbegriff orientiert sich an der vom Gesetzestext vorgegebenen Definition (zum Beispiel Tötung, Beteiligung an Raufhandel, ungetreue Geschäftsbesorgung und so weiter). Gezählt werden die eindeutig abgrenzbaren, strafbaren Akte, ungeachtet der Anzahl Geschädigte; diese werden separat ausgewertet. Eine Straftatgilt als aufgeklärt, wenn nach polizeilichem Ermessen zumindest eine Person als Urheber dieser Straftat identifiziert werden kann. Handelt es sich um eine Täterschaft, das heisst um eine Gruppe beschuldigter Personen, gilt eine Straftat bereits als aufgeklärt, auch wenn erst eine Person der Täterschaft bekannt ist. Diese Person erscheint in der polizeilichen Kriminalstatistik als Beschuldigter. Als Beschuldigte gelten auch Anstifter, Mittäter oder Gehilfen. Der zugeordnete Status bildet den momentanen Wissensstand der Polizei ab und sagt nichts über den weiteren Verlauf des möglicherweise anschliessenden Justizverfahrens aus.

Die ersten Erfahrungen mit der neuen Strafprozessordnung
Per 1. Januar 2011 wurde in der Schweiz die neue Strafprozessordnung eingeführt. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern wurden mit umfassenden Schulungen auf die Änderungen vorbereitet. Die Umstellung stellte für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar. Insgesamt ist das Verfahren aufwendiger geworden, die Schreibarbeit für die Mitarbeitenden noch grösser. Diese Formalisierung des Verfahrens ist vom Gesetzgeber aber durchaus gewollt. Allerdings muss festgehalten werden, dass damit die Anforderungen an die Polizisten mit der Einführung der Strafprozessordnung ein weiteres Mal angestiegen sind.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik?

Mit der Polizeilichen Kriminalstatistik werden seit dem Jahr 2009 in allen Kantonen (im Kanton Bern seit 2008) einheitliche Erfassungs- und Auswertungsprinzipien angewendet. Zentraler Aspekt ist, dass innerhalb eines polizeilich registrierten Falles sämtliche Straftaten statistisch ausgewiesen werden. Der Fall eines Nachbarschaftskonfliktes kann so beispielsweise mehrere Straftaten wie beispielsweise Beschädigung, Beschimpfung oder Drohung enthalten. Aus einem einzigen Fall werden in der polizeilichen Kriminalstatistik somit drei Straftaten. In der PKS nicht berücksichtigt sind Widerhandlungen gegen kantonale Gesetze oder das Strassenverkehrsgesetz .

Wie ist die Statistik aufgebaut?
Der Jahresbericht der polizeilichen Kriminalstatistik gliedert sich im wesentlichen in fünf Teile: Nach der Einleitung enthält der zweite Teil eine allgemeine Übersicht über die strafrechtlich relevanten Gesetze (Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetz sowie übrige Bundesnebengesetze). Im dritten Teil werden verschiedene thematische Bereiche vertieft, die von besonderem öffentlichem Interesse sind. Im vierten Teil werden zum ersten Mal seit Inkrafttreten der für die gesamte Schweiz einheitlichen Kriminalstatistik Tabellen und Grafiken zum Mehrjahresvergleich publiziert. Im fünften Teil werden schliesslich Ereignisse und Widerhandlungen gegen kantonale Gesetze und Verordnungen ausgewiesen.

Sind die Zahlen mit dem Vorjahr vergleichbar?
Im Kanton Bern wurde die polizeiliche Kriminalstatistik im Jahr 2008 zum ersten Mal in der neuen Form erstellt, wobei im Jahr 2009 noch kleinere Anpassungen an den Erfassungsvorgaben vorgenommen wurden. Damit liegen Vergleichszahlen aus vier Jahren vor. Die Ableitung verlässlicher Tendenzen ist auf Grund der Vergleichsspanne von vier Jahren nur bedingt möglich.

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