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Sonntag, 16. Februar 2003
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Vor einer grossen Pilzausstellung am Bettag-Wochenende

Hauptversammlung des Vereins für Pilzkunde Interlaken und Umgebung 

hzr/bns. An die 50 Mitglieder des im Jahr 1939 gegründeten Vereins für Pilzkunde Interlaken und Umgebung haben sich am Samstag im Restaurant Troja Unterseen zur jährlichen Hauptversammlung eingefunden. Aus dem Bericht der Pilzkontrolle Unterseen ging hervor, dass von 774 Kilogramm kontrollierten Pilzen fast zehn Prozent beschlagnahmt wurden, dabei neben Fliegenpilzen und Pantherpilzen auch der tödlich wirkende Grüne Knollenblätterpilz. Die Versammlung unterzog sich einer umfassenden Statutenrevision und genehmigte ein reichhaltiges Tätigkeitsprogramm, dessen Höhepunkt die grosse Pilzausstellung am 20. und 21. September 2003 in Unterseen sein wird.

Vom Pilzkenner und Künstler Werner Meyer aus Ringgenberg hergestellte Modelle aus geschäumtem Kunststoff, darunter solche von hochgiftigen Pilzen wie Pantherpilz – rechts im Bild – oder ungeniessbare beziehungsweise für Speisezwecke nicht geeignete Pilze wie Rötlicher Holzritterling (links im Bild). (Archivbilder Peter Schmid)

Präsident Walter Steffen hielt in seinem Jahresbericht Rückblick auf die wichtigsten Anlässe im Jahr 2002. An den Tagen der offenen Tür Ende Juli – siehe auch Pilze – echt und aus geschäumtem Kunststoff vom Sonntag, 28. Juli 2002 – konnte der Verein seine Tätigkeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Die Besucherzahl im Vereinslokal im Änderberg in Bönigen übertraf alle Erwartungen. Die Bestimmungsabende dagegen waren zwar gut besucht, doch hätte es immer noch freie Plätze für weitere Interessierte, die sich mit dem Bestimmen der einheimischen Pilzarten befassen möchten. Die technische Kommission mit deren Leiter Walter Matter führte im Sommer ein Weiterbildungswochenende im Emmental durch. Hans Wysser berichtete über die Ergebnisse der Pilzkontrolle Unterseen: Obwohl die obligatorische Kontrolle seit Frühling 2002 aufgehoben ist, wurde diese Dienstleistung im letzten Jahr 277 mal  beansprucht. Die offiziellen Pilzkontrolleure Walter Matter, Hans Wysser, Walter Steffen und Helene Schneider begutachteten insgesamt 774 Kilogramm Pilze, rund 170 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Dabei mussten 65 Kilogramm beschlagnahmt werden, darunter auch Fliegenpilze, Pantherpilze, verschiedene Schleierlinge, Giftschirmlinge und der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz, der leider immer wieder Urheber menschlicher Tragödien ist.

Ein echter Fliegenpilz auf einem Wettbewerbsparcours beim Vereinslokal Änderberg in Bönigen an zwei «Tagen der offenen Tür» Ende Juli 2002.

Die grundlegende Revision der aus dem Jahr 1984 stammenden Vereinsstatuten gab zu keinen Diskussionen Anlass und fand unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde die Zustimmung. Erfreulich ist die Tatsache, dass der Verein um 13 Mitglieder gewachsen ist und zurzeit einen Bestand von 134 aufweist. Das umfassende Tätigkeitsprogramm sieht im üblichen Rahmen die Bestimmungsabende vor, nebst mehreren Arbeitstagen im Chuelibrunnen ob Habkern, wo der Pilzverein von der Bergschaft Bohl eine Alphütte gepachtet hat. Als wichtigster Anlass ist die grosse Pilzausstellung am 20. und 21. September 2003 im Schützenhaus Lehn in Unterseen vorgesehen. Der Pilzverein Interlaken veranstaltet regelmässig im Abstand von vier bis fünf Jahren eine solche Ausstellung, die durch ihre naturnahe Präsentation zu den interessantesten und attraktivsten der Schweiz zählt und jeweils Besucher aus dem ganzen Land anzieht. Der Pilzkenner und Künstler Werner Meyer aus Ringgenberg wird daneben auch seine einzigartigen Modelle einheimischer Pilzarten zeigen und für den kulinarischen Genuss feinster Pilzgerichte wird in der Festwirtschaft gesorgt sein.


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