Donnerstag, 19. Juni 2003
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Renaturierungsarbeiten auf der Steinalp im Sustengebiet

kwo/S. Zusammen mit dem bisherigen Hauptnutzer, dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat laut einer Medienmitteilung die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) ein Konzept für die Renaturierung der Steinalp am Sustenpass sowie für die zukünftige Nutzung dieses wertvollen hochalpinen Gebiets erstellt.

VBS und KWO engagieren sich für eine umweltverträgliche Nutzung der Steinalp am Steingletscher. (Archivbild Peter Schmid)

Auf dem von der KWO vor zwei Jahren von Sustenhotelier Heinz Jossi erworbenen, früher vom VBS zur Munitionsvernichtung genutzten Gebiet – bei einem Explosionsunglück am 2. November 1992 waren dort sechs Menschen ums Leben gekommen – wird laut Medienmitteilung heute noch ein Gefechtausbildungsplatz betrieben. In diesen Sommermonaten sollen laut KWO zahlreiche Renaturierungsarbeiten im Gelände ausgeführt werden. Insgesamt handle es sich um 21 Schadstellen. Beispielsweise sollen begradigte Bachläufe im Gletschervorfeld aufgehoben werden und vorgesehen seien die Aufhebung und Renaturierung von überdimensionierten Parkplätzen, von Stichstrassen zur Kiesgewinnung sowie die Renaturierung einer nie gebrauchten Panzerpiste. Auch nicht mehr notwendige Brücken und Hochbauten sollen abgebrochen werden: «Mit natürlichen Hindernissen will man zudem die Möglichkeit von Plauschfahrten mit Vierradfahrzeugen im Gletschervorfeld verhindern.» Die Baukosten für diese Renaturerierungsarbeiten belaufen sich nach KWO-Angaben auf 154'000 Franken. Das Betriebskonzept welches in enger Zusammenarbeit mit Wildhüter Ruedi Rohrbach umgesetzt werden soll, sehe vor, das Gelände regelmässig nach Abfällen zu säubern, die Besucherströme zu kanalisieren sowie das wilde Campieren einzuschränken: «Ebenfalls ist eine sinnvoll auf die Natur abgestimmte landwirtschaftliche Nutzung ein Element des neuen Nutzungskonzeptes.»

Der Gletscherpfad führt an der idyllischen Moorlandschaft Seeboden vorbei. (Bilder zvg)

Die Renaturierungsarbeiten werden laut Medienmitteilung von Urs Känzig vom Umweltbüro Sigmaplan AG Bern und von Daniel Bürki von der KWO geplant und begleitet. Daniel Bürki habe sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Renaturierungsarbeiten bei der KWO befasst und verfüge über eine grosse praktische Erfahrung in deren Ausführung: «Am Steingletscher sind wir auf fast 2000 Meter über Meer – hier gibt es nur eine kurze, intensive Vegetationszeit und die Natur braucht sehr lange um sich von Eingriffen zu erholen», gab laut Medienmitteilung Daniel Bürki an einer Begehung mit Experten der Fachstellen von Bund und Kanton von vergangener Woche zu bedenken.

Das Gebiet der Steinalp wird in der Medienmitteilung auch als ein lohnenswertes Ausflugsziel bezeichnet. Ab dem Steingletscher sei das Gebiet über die Privatstrasse der KWO erreichbar: «Empfehlenswert ist ein Rundgang über den Gletscherpfad.» Der Gletscherpfad sei ein hochalpiner Lehrpfad zur Gletscherkunde, Fauna und Flora. Er führe vorbei am Steinsee, Steingletscher und an der reizvollen Moorlandschaft Seeboden. Die lehrreiche Rundwanderung dauere etwa drei Stunden. Ausgangspunkt sei das Alpincenter Steingletscher. Hier könne auch die für die Rundwanderung notwendige Broschüre «Gletscherpfad Steinalp» für fünf Franken gekauft werden. Auch für die Nutzung der Privatstrasse erhebe die KWO eine Strassen- und Parkplatzgebühr von fünf Franken: «Dieser Beitrag wird vollumfänglich für die zukünftigen Renaturierungsarbeiten und die Umsetzung des Betriebskonzeptes an der Steinalp verwendet.»

Renaturierung einer Parkplatzfläche: Massgebend für das Resultat ist das Fingerspitzengefühl von Baggerführer Markus Peterle.


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