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21. Januar 2003

Schwalbenschwanz zum «Tier des Jahres 2003» ernannt

pn/bns. Der Schwalbenschwanz ist einer der grössten und schönsten einheimischen Tagfalter: «Und er steht für das Schicksal einer ganzen Tiergruppe, das Pro Natura mit ihrer neuen Kampagne ändern will», heisst es dazu in einem Communiqué.

Der Schwalbenschwanz. (Bild zvg)

«Schmetterband» habe Polo Hofer seine Band genannt, und ein Schmetterling sei denn auch das Emblem des Berner Rockers, führt die Naturschutzorganisation in ihrer Mitteilung aus: «Jetzt hebt Pro Natura einen Schmetterling auf den Schild: den Schwalbenschwanz.» Er sei das «Tier des Jahres 2003». Letztes Jahr habe die Waldameise diese Ehre gehabt: «Davor waren es Steinadler, Luchs, Laubfrosch und Biber.» Mit dem «Tier des Jahres» wolle Pro Natura auf eine bestimmte Tierart und deren Schicksal aufmerksam machen.

Seine Bezeichnung habe sich der Schwalbenschwanz verdient, meint Pro Natura: «Mit seinen gelben, schwarz gemusterten Flügeln und vor allem mit seinen namengebenden Fortsätzen an den Hinterflügeln verbreitet er reichlich Exotik.» Das sei in unseren Breiten selten. Der Schwalbenschwanz sei wohl deshalb einer der bekanntesten Tagfalter: «Er ist aber auch ein geeignetes Aushängeschild, um auf das Schicksal seiner Verwandten aufmerksam zu machen.» Still und leise hätten sich die meisten Schmetterlinge aus der Landschaft verabschiedet, schreibt Pro Natura: «Von mehr als der Hälfte aller Tagfalterarten sind nur noch Restposten übrig geblieben, oft getrennt durch unbewohnbaren Siedlungsbrei und eintönige Agrarwüsten.» Hier fänden nur noch anpassungsfähige Allerweltsarten ein Auskommen.

Ganz so schlecht wie anderen «Sommervögeln» gehe es dem «Tier des Jahres 2003» noch nicht, räumt Pro Natura ein. Der Schwalbenschwanz sei in der ganzen Schweiz bis über die Waldgrenze verbreitet. Für ihre Vermehrung brauche die Art verschiedene Doldenblütler und Rautengewächse – als Futter für die Raupen. Selbst Karotten- oder Fenchelkraut verschmähten sie nicht. So überlebe die «Rüebliraupe» als Kulturfolger in naturnahen Gärten, zum Teil auch in landwirtschaftlichen Kulturen. Besser passe es dem Schwalbenschwanz allerdings auf wenig genutzten Wiesen und Weiden oder in «unordentlichen» Saumlebensräumen wie an ungepflegten Wegrändern.

Der Schwalbenschwanz fliegt nach Angaben von Pro Natura ab Mitte April.  Er schlüpfe aus Puppen, die den Winter an einem geschützten Ort überdauert hätten. Die neuen Falter hätten vor allem eines im Sinn: sich fortzupflanzen und neue Lebensräume zu erobern: «Sie paaren sich, legen Eier – und sterben.» Aus den Eiern schlüpften nach einer Woche kleine Raupen: «Ihr Tagwerk besteht vor allem aus Fressen, damit sie rasch wachsen.» Ab Ende Juni verpuppten sie sich und nach nur zwei Wochen sei die zweite Generation zum Schlupf bereit. Diese fliege bis Mitte Oktober und ehe sie zugrundegehe, bereite sie die nächste Frühlingsgeneration vor.

Damit Schwalbenschwanz und Artgenossen eine Chance hätten, starte Pro Natura im März eine neue Kampagne, wird abschliessend ausgeführt: «Die Organisation will mit Artenschutzprojekten den bedrohten Sommervögeln der Schweiz unter die Flügel greifen.» Und mit Projekten für eine ökologische Landwirtschaft soll allen Schmetterlingen geholfen werden, die nach wie vor verbreitet, aber nicht mehr häufig seien. Pro Natura wolle auch vermehrt die Öffentlichkeit für den Schutz dieser prächtigen aber zerbrechlichen Naturwunder gewinnen: «Damit heutige Kinder Schmetterlinge nicht nur von Polos Plattencovers her kennen.»


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