Dienstag, 27. Mai 2003
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Graue TEE-Maus in der ursprünglichen Erscheinung wieder auferstanden

S. Nach einer umfangreichen Restaurierung seit dem vergangenen August in der Werkstätte Bönigen der BLS Lötschbergbahn AG soll der «Trans Europ Express» RAe TEE II am 12. Juni als Museumszug der Stiftung Historisches Erbe der SBB (SBB Historic) zu seiner dritten Karriere starten.

Der in der BLS-Werkstätte Bönigen restaurierte Trans-Europa-Express soll in seiner nunmehr dritten Karriere wieder in Originalbemalung zum Flaggschiff der Stiftung Historisches Erbe der SBB werden. (Bild: Peter Schmid)

Der von ursprünglich fünf elektrischen Trans-Europa-Expresszügen (TEE) der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) am besten erhaltene, inzwischen über 40 Jahre alte Triebzug RAe TEE 1053 war im vergangenen Sommer – siehe auch Trans-Europa-Expresszug zur Restaurierung in die BLS-Werkstätte Bönigen übergeführt vom Dienstag, 30. Juli 2002 – damals noch als «Graue Maus» von der der 63jährigen Ae 6/8 205 der BLS von Spiez nach Bönigen gezogen worden, um in einer ersten Phase mit Umbaukosten von rund einer Million Franken in der Werkstätte Bönigen der BLS-Lötschbergbahn bis Mitte Mai 2003 restauriert zu werden. Falls sich das vorgesehene Marketingkonzept bewähre, war damals nach Angaben der Stiftung «Historisches Erbe der SBB» (SBB-Historic) eine weitere Sanierungsphase mit grob geschätzten Kosten von 1,5 Millionen Franken ins Auge gefasst worden.

Im Jahr 1955 hatten laut einer Medienmitteilung von SBB Historic  die Staatsbahnverwaltungen Frankreichs, Westdeutschlands, Italiens, der Schweiz und der Beneluxstaaten beschlossen, die internationalen Bahnverbindungen zwischen den grössten Zentren Westeuropas massiv zu beschleunigen: «Ihr Rezept: ein neuartiger Zug, der in geschlossener Komposition unverändert die Grenzen passierte.» Der «Trans Europ Express» sollte grösstmöglichen Komfort mit Vollklimatisierung aufweisen. Zudem sei auf die Unterscheidung nach Klassen verzichtet worden: Im TEE habe es nur die erste Klasse gegeben. Die ersten TEE-Kompositionen seien noch von Dieselmotoren angetrieben, doch schon im Jahr 1961 hätten die Schweizerischen Bundesbahnen die ersten für alle vier in Europa gängigen Stromsysteme ausgelegten Triebwagenzüge RAe TEE II in Dienst gestellt: «Design und Ausstattung verliehen ihnen einen Anstrich von Exklusivität und europäischem Glamour, der in den Anfangsjahren für volle Züge sorgte.» Komfort und Design hätten neue Massstäbe gesetzt: «Der TEE II war in den sechziger Jahren nicht nur eine Pionierleistung, sondern ein Höhepunkt der Eisenbahntechnik und sorgte für Schlagzeilen in der Schweizer und der internationalen Presse.» Auch dreissig Jahre später habe er – nun als Eurocity – mit seiner zeitlosen Eleganz noch Aufsehen erregt.

Die «Graue Maus» im Bahnhof Spiez kurz vor der Überführung Ende Juli 2002 in die BLS-Werkstätte Bönigen. (Archivbild Peter Schmid)

Neue Massstäbe gesetzt

Als der RAe TEE II nach seinem Umbau Ende der 1980er Jahre zu seiner zweiten Karriere gestartet sei, wurde er nach Angaben von SBB Historic entsprechend seiner Farbgebung rasch mit dem Spitznamen «Graue Maus» belegt: «Der TEE war und ist aber alles andere als eine graue Maus, im Gegenteil!» Bereits bei seiner ersten Einführung anfangs der sechziger Jahre sei der Triebzug ein Höhepunkt der Eisenbahntechnik gewesen: «Noch nie hatte eine Bahngesellschaft gewagt, eine Komposition auf die Schiene zu stellen, die unter allen vier in Europa üblichen Stromsystemen lauffähig war.» Komfort und Design hätten ebenfalls neue Massstäbe gesetzt: Auch dreissig Jahre später habe der TEE – nun als Eurocity – mit seiner zeitlosen Eleganz noch für Aufsehen gesorgt. «So ist es nur folgerichtig, dass der TEE nun in seiner dritten Karriere wieder in Originalbemalung zum Flaggschiff der Stiftung Historisches Erbe der SBB wird.»

SBB Historic sei von ihrem Stifter, den Schweizerischen Bundesbahnen, mit dem «Sammeln, Erhalten, Konservieren, Informieren und Dokumentieren im Bereich der Entwicklung des Schienenverkehrs in der Schweiz» beauftragt worden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Sie wolle denn auch – unter Beachtung konservatorischer Einschränkungen zur Erhaltung des Stiftungsgutes – die Öffentlichkeit möglichst umfassend an diesem Erbe teilhaben lassen: «Nicht nur Technikbegeisterte sollen dabei auf ihre Rechnung kommen, auch Kunst- und Kulturinteressierte, Reiselustige und nostalgisch Veranlagte ganz allgemein.» Die Reaktivierung des RAe TEE II in seiner ursprünglichen Erscheinung und ein damit verbundenes Buchprojekt stellten Beispiele dar, wie die Stiftung ihrem Auftrag nachkomme.

«TEE – Ikone der Luxuszüge»: Das erste Buch von SBB Historic

Rechtzeitig zur Jungfernfahrt des restaurierten RAe TEE II am 12. Juni erscheint laut Medienmitteilung ab 3. Juni das erste Buch von SBB Historic. «TEE – Ikone der Luxuszüge» zeige den schönsten Zug der Schweizerischen Bundesbahnen in guten und schlechten Zeiten, mit wunderschönen Bildern und einfühlsamen Porträts von Personen, die diesen Zug in Bau und Betrieb geprägt hätten. Das Buch kann laut Medienmitteilung SBB Historic – nähere Informationen online – bereits jetzt bestellt werden.


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