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Dienstag, 22. Februar 2000

Etwas weniger Straftaten – wesentlich mehr Gewaltdelikte

Kriminalstatistik 1999 der Kantonspolizei Bern

pkb/S. Mit 34'128 Straftaten sind im Jahr 1999 im Kanton Bern (ohne Stadt Bern) 5,2 Prozent weniger Delikte als im Rekordjahr 1998 worden: Abgenommen hat laut einer Medienmitteilung die Zahl der Einbrüche und Diebstähle, während diejenige der Gewaltdelikte – Tötungs- und Sittlichkeitsdelikte, Raub und Entreissdiebstähle – zum Teil massiv zugenommen habe: «Eine Zunahme war auch bei den Verzeigungen im Betäubungsmittelbereich festzustellen.»

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Kantonspolizei im Kanton Bern insgesamt 34’128 Straftaten polizeilich erfasst, 1857 weniger als 1998. In dieser Zahl nicht enthalten seien die in der Stadt Bern begangenen Delikte sowie die Verkehrsvergehen und die Delikte aus der Nebenstrafgesetzgebung, mit Ausnahme des Betäubungsmittelgesetzes.

Mehr Gewaltdelikte

Im Berichtsjahr ist laut Kriminalstatistik die Zahl der Tötungsdelikte (inklusive Versuche) von 19 Fällen im Jahr 1998 auf deren 28 angestiegen; drei Delikte hätten bis heute nicht geklärt werden können. Die Zahl der Raubdelikte sei von 156 auf 206, diejenige der Entreissdiebstähle von 77 auf 110 Fälle ebenfalls stark angestiegen: «Diese Zahlen deuten auf eine weiter zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Leib und Leben hin.» Eine markante Zunahme ist nach Polizeiangaben erneut bei den Sittlichkeitsdelikten zu verzeichnen: Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Delikte sei von 365 auf 399 gestiegen: «Insbesondere ist die Zahl der angezeigten sexuellen Handlungen mit Kindern deutlich (von 102 auf 131) angestiegen.» Von 37 auf 43 zugenommen habe auch die Zahl der Vergewaltigungen.

Diebstahl und Einbruch

49,73 Prozent aller erfassten Straftaten oder 16‘973 Fälle betreffen laut Statistik Einbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen. Dies entspreche einer Abnahme der Anzeigen um 7,7 Prozent gegenüber 1998. Nach dem Rekordstand von 1997 seien dabei die Einbruchdiebstähle um weitere 5,4 Prozent auf 5124 zurückgegangen: «Dennoch war bei den bandenmässig begangenen Einbruchdiebstählen, welche grösstenteils rumänischen Einbrecherbanden zugeordnet werden müssen, im Jahr 1999 eine weitere Zunahme festzustellen.» Auf Initiative der Kantonspolizei Bern sei deshalb ein interkantonaler Informationsaustausch ins Leben gerufen worden, dank welchem die Ermittlungen hätten koordiniert werden können: «Entsprechende Fahndungserfolge sind nicht ausgeblieben.» Ebenfalls rückläufig seien die Zahlen der Diebstähle (um 6,1 Prozent auf 7789 Fälle), der Ladendiebstähle (um 17,6 Prozent auf 1326 Fälle) und der Sachbeschädigungen (um 11,9 Prozent auf 2637 Fälle): «Die Gesamtquote der ermittelten Täterschaft in diesem Segment ging im Vergleich zum Vorjahr von 17,8 auf 15,7 Prozent zurück.» Gesamthaft hätten 4705 Straftäter (1285 weniger als 1998) der Justiz zugeführt werden können: «Davon waren 45,3 Prozent Ausländer (Vorjahr: 48,6 Prozent).»

Mehr Motorräder gestohlen

Im Jahr 1999 wurden nach Polizeiangaben insgesamt 9554 Fahrzeuge zur Anzeige gebracht – 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Einzig die Kategorie Motorräder weise steigende Zahlen auf (Zunahme von 85 auf 128). Bei den Personenwagen sei ein Rückgang um ca. 17 Prozent auf 415 Fälle, bei den Mofas ein solcher um etwa zehn Prozent auf 1193 Fälle registriert worden. Die Zahl der gemeldeten Velodiebstähle sei um etwa fünf  Prozent auf 7818 Fälle gesunken. «Der Löwenanteil der Personenwagen-Diebstähle steht in direktem Zusammenhang mit Einbruchserien (vorwiegend von Rumänenbanden). Zudem sind jugendliche einheimische Täter vermehrt in Erscheinung getreten, indem sie nicht abgeschlossene Fahrzeuge für Strolchenfahrten benutzten.» Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr 415 (1998: 499) Personenwagen entwendet. Davon entfielen nach ergänzenden Angaben der Kantonspolizei auf die Region Oberland 107 (127) Autos und 24 (11) Motorräder, auf das Amt Interlaken 29 (37) Autos und 4 (3) Motorräder. «Strolchenfahrer werden statistisch nicht separat erfasst.»

Betäubungsmittel

Die Zahl der Anzeigen im Betäubungsmittelbereich ist laut Kriminalstatistik um 65 auf 2850 angestiegen: «Eine massive Zunahme ist bei den Sicherstellungen im Cannabisbereich feststellbar, was sich mit den vermehrt durchgeführten Aktionen gegen Hanfbauern und Hanfladen-Besitzer erklärt.» Die Zahl der Drogentoten gegenüber dem Vorjahr von 19 auf 22 angestiegen. «Der Handel mit Heroin wird sowohl im Bereich des Strassendeals wie auch auf höherer Hierarchiestufe vorwiegend durch Personen aus den Balkanstaaten, vor allem albanischstämmigen Asylbewerbern und/oder sich illegal in der Schweiz aufhaltenden Ex-Jugoslawen, beherrscht.» Der im gleichen Rahmen geführte Kokainhandel sei dagegen fest im Griff der Schwarzafrikaner. Im Handel mit Cannabisprodukten seien eher Schweizer oder hier aufgewachsene Ausländer aus der zweiten Generation tätig.

Betrugs- und Wirtschaftsdelikte

Eine Zunahme der Strafanzeigen von 1329 auf 1461 ist nach Angaben der Kantonsplizei bei den Betrug- und Wirtschaftsdelikten registriert worden, «wobei die grösste Zunahme beim Straftatbestand des Betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage festzustellen war». Die Gesamtdeliktssumme habe im Vergleich zu 1998 um rund 24 Millionen Franken auf etwa 21 Millionen Franken abgenommen.

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