Imposante – aber nicht ungefährliche Riesen
Herkulesstaude oder Riesenbärenklau: «Berührungen unbedingt vermeiden»
S. Imposant, aber keineswegs harmlos: Die bis zu über drei Meter hohe und in vielen Formen auftretende Herkulesstaude (Heracleum spec.) – auch Riesenbärenklau oder Herkuleskraut genannt – kann beim Kontakt mit ungeschützten Hautstellen starke, langsam und sehr schlecht abheilende Hautreizungen mit Rötung, Schwellung, Blasenbildung und Läsionen der Haut hervorrufen. Die Hautreizungen werden durch Lichteinwirkung verstärkt (Photodermatitis).
Herkulesstauden
beim Bahnübergang Postgasse in Interlaken: Alle Teile der Pflanze
können starke, langsam und sehr schlecht abheilende Hautreizungen
mit Rötung, Schwellung, Blasenbildung und Läsionen der Haut hervorrufen.
(Foto: Peter Schmid)
«Berührungen mit der Pflanze unbedingt vermeiden», raten sowohl das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum in Zürich (STIZ) – Auskunft bei Vergiftungsfällen erteilt der Notfalldienst Telefon (01) 251’51’51 – als auch die Giftinformationszentrale Mainz für Rheinland-Pfalz und Hessen. Beim Entfernen der Staude müsse für ausreichenden Haut- und Augenschutz gesorgt werden. – Die der Familie der Doldengewächse (Umbelliferae) zugerechnete, sehr formenreiche und sehr häufig meist im Zeitraum von Juni bis August in Wiesen, auf Äckern und an Waldrändern anzutreffende Herkulesstaude enthält nach Angaben der Medizinischen Klinik der Universität Mainz an Wirksubstanzen Furanocumarine (8-Methoxypsoralen, Bergapten, Imperatorin, Pimpinellin). Eine Gefährdung bestehe durch alle Pflanzenteile, insbesondere Blätter und Stengelsaft, laut amerikanischen Untersuchungen auch durch Wurzeln. Wie bereits im Zusammenhang mit der Abbildung einer Herkulesstaude aus Goldswil Ende Juni 1997 von der Pharmazeutin Andrée Meier-Abt, Pflanzenexpertin beim Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum in Zürich zu erfahren war, hat sich die aus dem Kaukasus stammende, als Zierpflanze eingeführte Herkulesstaude in den letzten 10 bis 15 Jahren stark verbreitet.
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