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Montag, 19. März 2001

«Belastung der Bevölkerung in der Bauphase wird gross sein»

Lötschberg-Basistunnel Nord: Definitive Linienführung und Bauprogramm im Raum Frutigen/Reichenbach bekannt

bls/S. Die BLS AlpTransit AG hat die Bevölkerung der Gemeinden Frutigen und Reichenbach in einer öffentlichen Veranstaltung am Abend des 16. März 2001 über die Linienführung und das Bauprogramm der Verknüpfung Frutigen des Basistunnels an die Stammlinie informiert. Das Bundesamt für Verkehr leitet laut einer Medienmitteilung das Plangenehmigungsverfahren: «Die öffentliche Planauflage dauert vom 28. Mai bis zum 26. Juni 2001.» Mit dem Baubeginn werde im Herbst 2001 gerechnet.

Der Lötschberg-Basistunnel ist Bestandteil des Alptransit-Konzeptes.  Der 34,6 Kilometer lange Tunnel – plangemäss sind laut BLS AlpTransit AG bereits fünf Kilometer Basistunnel sowie diverse Zugangs- und Lüftungsstollen erstellt worden – soll dereinst von Frutigen im Kandertal nach Raron im Rhonetal führen. Er soll 3,2 Milliarden Franken kosten und im Jahr 2006/2007 in Betrieb gehen. Als nördliche Zufahrt dienen die grossen Neubaustrecken der Bahn 2000 Basel–Liestal und Olten–Bern. Im Süden schliesst der bestehende Simplon-Basistunnel an, dessen Zufahrtslinien gegenwärtig von den Italienern ausgebaut werden. (zvg/BLS AlpTransit AG)

Die Belastung der Bevölkerung in der Bauphase vom Herbst 2001 bis zum Jahre 2005 wird laut Alptransit gross sein: «Doch die Verantwortlichen tun ihr Bestes, um die Belastung so weit wie möglich zu reduzieren.» Beispielsweise verkürze sich die Bauzeit des Tagbautunnels wesentlich, indem die Bauarbeiten an verschiedenen Stellen gleichzeitig liefen. Beispiele seien auch, dass das Baustrassennetz getrennt vom öffentlichen Strassennetz geplant sei, Humusdeponien als Lärmschutzwälle dienten oder nachts nicht gearbeitet werde. Die volkswirtschaftlichen Einflüsse der Baustelle auf die Region Kandertal seien nicht zu unterschätzen: «Gegen 150 Arbeiter sind für die Erstellung des Tagbautunnels im Einsatz.» Die Aussenarbeiten seien bewusst in kleine Bauaufträge unterteilt worden, damit auch das regionale Gewerbe Berücksichtigung finde. Mit dem Tagbautunnel im Raum Frutigen sowie einer zusätzlichen Verschiebung der Stammlinie an das Trassee der Basislinie habe die Alptransit unter Mithilfe der zuständigen Behörden eine Lösung erreichen können, welche gegenüber der ursprünglichen, vollständig offen geführten Linie längerfristig für die Region eine deutlich bessere Situation bringe.

Mit der Einleitung des Plangenehmigungsverfahrens im Raum Frutigen/Reichenbach, am Nordportal des Lötschberg-Basistunnels, könne die Alptransit die Realisierung des letzten grossen Bauabschnittes des Lötschberg-Basistunnels in die Wege leiten, verlautet dazu im einzelenen: «In einer Veranstaltung der BLS AlpTransit AG, welche unter Beteiligung von Gemeinde- und Bundesbehörden durchgeführt wurde, konnte sich die Bevölkerung der Gemeinden Reichenbach und Frutigen nun im Detail über die Linienführung und das Bauprogramm orientieren.»

Beim Projekt Frutigen handelt es sich laut Medienmitteilung um die Linienführung zwischen dem Nordportal des Lötschberg-Basistunnels in Frutigen (Tellenfeld) und der Anbindung der Basislinie an die Stammlinie der BLS Lötschbergbahn auf der Höhe von Wengi Ey. Aus den beiden nördlichen Tunnelportalen führten die beiden Geleise des Basistunnels südlich vom Bahnhof Frutigen in Tieflage aus dem Berg, um dann kurz später wieder in einem Tagbautunnel zu verschwinden. Im Tellenfeld entstehe eine offene Interventions-/Rettungsstelle direkt bei den Tunnelportalen. Vorerst werde nur eine Röhre des Tagbautunnels erstellt. Das Transitgleis führe durch einen 2,7 Kilometer langen Tagbautunnel, genannt Tunnel Engstlige. Dieser unterquere zuerst die Widibrücke, den Bahnhof Frutigen im Bereich der heutigen Siloanlagen, die Engstlige, die Feldmatte sowie den Heitibach. Nördlich von Wengy Ey schliesse er an die Stammlinie an.

Bereits vor der öffentlichen Informationsveranstaltung seien die Behördenvertreter sowohl auf kommunaler als auch auf kantonaler Ebene im Rahmen der Projektkommission Bern regelmässig miteinbezogen worden, schreibt die Alptransit. Eigens gebildete Mitwirkungsteams hätten auf zentrale Projektbestandteile Einfluss nehmen können: «Dies führte beispielsweise zu einer gestalterischen Verbesserung sowohl der Interventions-/Rettungsstelle als auch der Widibrücke, welche nun optimaler ins Landschaftsbild eingepasst werden.»

Der Lötschberg-Basistunnel entsteht nach Alptransit-Angaben an fünf Baustellen gleichzeitig. Zurzeit seien bereits fünf Kilometer Basistunnel erstellt worden und die Bauarbeiten gingen planmässig voran. Der Basistunnel – siehe unter anderem auch Bericht «Vertrag für den letzten grossen Tunnelbau-Auftrag» vom Samstag, 3. März 2001 – soll im Jahre 2007 seinen Betrieb aufnehmen. Im Rahmen des Projektes seien rund 800 Personen beschäftigt.



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