Bilder und Ereignisse im November 1996
Abendliche Novemberstimmung über der Höhematte in Interlaken.
(Foto Peter Schmid)
Freitag, 29. November 1996
Das Geburtstagskind des Tages
Im
Chalet Wiesengrund an der Kreuzlistrasse in Ringgenberg feiert heute Freitag
Manuela Schmid ihren 15. Geburtstag. Die in Liestal (Baselland) am 29.
November 1981 geborene Jubilarin ist meistens guter Dinge sowie des öfteren
zu einem Spässchen aufgelegt, wenn sie nicht gerade in der Schule
eine Mathe-Prüfung hat. Papis Müsli wünschen wir zum Geburtstag
alles Gute und auch in Zukunft noch viele Sechser. (Foto: Papipress)
Mittwoch, 27. November 1996
Die Produktion geht nach China
Interlaken verliert 83 Arbeitsplätze: Wollspinnerei Interlaken wird geschlossen
Die
Wollspinnerei Interlaken (WSI), eine der letzten Kammgarnspinnereien in
der Schweiz, stellt – wie bereits berichtet – im kommenden Frühling
den Betrieb ein. 83 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, und
die Produktion wird nach China verlegt. Die bernische Volkswirtschaftsdirektion
bedauert in einer Stellungnahme die Schliessung der Wollspinnerei Interlaken
per Ende April 1997.
Anfang Mai 1997 schliesst die Wollspinnerei Interlaken AG, ein Unternehmen der Nürnberger Südwolle-Gruppe, ihre Tore. Damit verlieren 83 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und die Schweiz ihre zweitletzte Kammgarnspinnerei. In einer am Mittwoch verbreiteten Pressemitteilung begründet Wolfgang Steger, Seniorchef der Südwolle, die Schliessung der WSI mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten: "Die Südwolle kann als Kammgarnherstellerin nur überleben, wenn sie mit einer konkurrenzfähigen Kostenstruktur in Kundennähe produzieren kann." Verlagerung nach Osten Wie die deutsche Südwolle, mit einem jährlichen Umsatz von mindestens 150 Millionen Franken einer der grössten europäischen Garnproduzenten, erklärt, verschiebt sie ihre Produktionsstandorte sukzessive von Westeuropa nach Osten. In Deutschland habe man drei von fünf Werken geschlossen, während in Polen und China neue Betriebe mit grossen Kapazitäten entstünden. Die Schliessung der einzigen Schweizer Tochter, die jährlich über 30 Millionen Franken Umsatz erzielt und 1995 einen Gewinn von 1,2 Millionen Franken versteuert habe, sei "eine marktbedingte Verlagerung, die auch aus Kostengründen erfolgt", schreibt Südwolle. Die Interlakner Spinnmaschinen würden nicht eingemottet oder verkauft, sondern nach China verschifft und dort in einem neuen Werk wieder aufgebaut. Der Entscheid, Interlaken aufzugeben, kommt nicht ganz überraschend: Schon im Jahr 1993 und im vergangenen Sommer hatte Südwolle im Berner Oberland jeweils während Wochen 100 Prozent Kurzarbeit verordnet und die Maschinen abgestellt. Und bereits im Jahr 1983, als Südwolle die damals konkursite Interlakner Kammgarnspinnerei von Coop Schweiz und Christoph Blochers Ems Chemie übernahm, stellte Südwolle eine Weiterführung für zehn Jahre in Aussicht. – Bild: Die im Jahr 1987 eröffnete neue Farbikationsanlage der Wollspinnerei Interlaken AG (WSI). (Foto: Peter Schmid)
Montag, 25. November 1996
Bussen bis zu 1000 Franken
Interlaken: Höhematte-Kommission erlässt richterliches Verbot
S. Um vorsorglich eine gesetzliche Grundlagen unter anderem für die bereits früher signalisierten allgemeinen Fahrverbote zu schaffen, ist für die ganze Höhematte ein entsprechendes Verbot erlassen worden. Laut Publikation in der jüngsten Ausgabe des Interlakner Amtsanzeigers lässt die Höhematte-Kommission namens der Kurhausgesellschaft Interlaken AG als Verwalterin der Höhematte beziehungsweise namens der Grundeigentümer die ganze Höhematte (einschliesslich Gruebi) mit den dazugehörigen Promenaden "gegen jegliche Besitzesstörung richterlich verbieten".
Voraussichtlich
gesellen sich laut Kursaaldirektor Rolf Zingg zu den bereits installierten
Fahrverbotsschildern anfangs Jahr einige Täfelchen, die bei Widerhandlungen
gegen das Verbot Bussen bis zu 1000 Franken androhen. Untersagt sind mit
dem vom Interlakner Gerichtspräsidenten I Hans-Peter Schürch
am vergangenen 13. November bewilligten Verbot "namentlich das Begehen
und Befahren, das Benützen mit Sportgeräten aller Art, das Reiten,
das Laufenlassen von Hunden, die Ablage von Material und Geräten und
das Anbringen von Werbeträgern". Vorbehalten blieben "das
bestimmungsgemässe Begehen der Promenaden, die Rechte der Pächter
und die Benutzungsbefugnisse gestützt auf generelle oder im Einzelfall
erteilte Bewilligungen durch die Höhematte-Kommission". Der Kursaaldirektor
bestätigte denn auch, dass etwa das Ausbreiten einer Decke für
ein kleines Picknick auf der Höhematte noch keineswegs einen von Busse
bedrohten Tatbestand erfülle. Es gehe einfach darum, ein gesetzliches
Instrument gegen allfällige Missbräuche aller Art und in grösserem
Ausmass zur Verfügung zu haben. – Bild: Auch künftig
ist auf der Interlakner Höhematte etwa das "bestimmungsgemässe
Begehen der Promenaden" erlaubt. (Foto: Peter Schmid)
76 Jahre altes
Ringgenberger Schützenhaus abgerissen: Nach mehrtägigen Vorbereitungsarbeiten
ist am Samstag die eigentliche Holzkonstruktion des Ringgenberger Schützenhauses
Balken für Balken abgebrochen worden – ohne dass das 76jährige
Gebäude im Freilichtmuseum Ballenberg wiederaufgebaut würde.Bild:
Noch am Freitag war das schneebedeckte Ringgenberger Schützenhaus
"unter Dach". (Foto: Peter Schmid)